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Der Stempel auf Weißgold nennt den Goldanteil in Tausendsteln. 585 heißt: 58,5 Prozent Gold. Gängig sind 333, 375, 585 und 750. Die Zahlen 800, 825, 835 und 925 stehen dagegen niemals für Gold — das sind Silberlegierungen, die weiß glänzen und deshalb regelmäßig verwechselt werden.
| Stempel | Karat | Goldanteil | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 999 | 24 K | 99,9 % | Feingold, für Schmuck zu weich |
| 900 | 21,6 K | 90,0 % | Historische Münzen, bei Schmuck praktisch nie |
| 750 | 18 K | 75,0 % | Hochwertiger Schmuck |
| 585 | 14 K | 58,5 % | Häufigster Schmuckstandard in Deutschland |
| 375 | 9 K | 37,5 % | Einstiegssegment |
| 333 | 8 K | 33,3 % | Ältere deutsche Ware |
| 800 / 825 / 835 / 925 | — | — | Kein Gold. Silberlegierungen |
Welche Stempel gibt es bei Weißgold?
Bei deutscher Ware sind es sechs Zahlen: 333, 375, 585, 750, 900 und 999. Sie alle bezeichnen den Feingehalt in Tausendsteln, also den reinen Goldanteil in der Legierung.
Für Schmuck spielen davon vier eine Rolle. 585 ist mit Abstand der häufigste Wert und der Standard bei deutschen Trauringen, Ketten und Anhängern. 750 ist die gehobene Variante. 375 und 333 finden sich im Einstiegssegment und bei älterer Ware.
999 werden Sie an einem Ring praktisch nie sehen. Reines Gold ist so weich, dass es sich verbiegt, wenn man es trägt — deshalb bleibt es Barren und Münzen vorbehalten. Wenn also jemand Ihnen einen 999er Weißgoldring anbietet, lohnt sich eine zweite Frage.
Alles, was die allgemeine Punzenkunde betrifft — Symbole, Buchstaben, ausländische und historische Stempel — finden Sie im ausführlichen Lexikon der Goldstempel und Punzen sowie unserem Artikel zu Silberpunzen.
Welcher Stempel steht für Weißgold?
Keiner. Das ist die Antwort, die viele überrascht, und sie erspart eine lange Suche.
Der Feingehaltsstempel sagt, wie viel Gold in der Legierung steckt — nicht, welche Farbe sie hat. Ein Stück mit 585 kann gelb, rot oder weiß sein. Den Unterschied machen die übrigen 41,5 Prozent: Kupfer ergibt Rotgold, Silber und Palladium ergeben helle Töne.
Für Sie heißt das: Die Zahl allein verrät nicht, ob Sie Weißgold in der Hand halten. Sie verrät nur, dass es Gold ist. Die Farbe müssen Sie am Stück selbst beurteilen — wie das geht, steht weiter unten.
Welche Prägung hat Weißgold?
Eine dreistellige Zahl an einer unauffälligen Stelle. Bei Ringen auf der Innenseite, bei Ketten und Armbändern am Verschluss oder am letzten Glied, bei Ohrsteckern am Bügel, bei Anhängern auf der Rückseite.
Häufig steht daneben noch ein Herstellerzeichen: Initialen, ein Logo, ein kleines Symbol. Das ist die Punze der Werkstatt oder der Marke — und im Zweifel der wertvollere Teil des Stempels, dazu später mehr.
Was Sie an Schmuck nicht finden werden, ist das amtliche deutsche Stempelzeichen mit Reichskrone. Sonne mit Krone für Gold und Halbmond mit Krone für Silber sind gesetzlich ausdrücklich für Gerät reserviert — Besteck, Leuchter, Schalen. Auf Schmucksachen darf dieses Zeichen nicht angebracht werden. Wer es an einem Ring sucht, sucht vergeblich.
835 und 825 sind Silber, nicht Weißgold
Das ist der häufigste Irrtum bei hellem Schmuck, und er hat einen nachvollziehbaren Grund.
835 bedeutet: 83,5 Prozent Feinsilber, der Rest überwiegend Kupfer, teils Nickel oder Zink. 825 funktioniert genauso. Beides sind Silberfeingehalte, und Silber wird in Deutschland mit 800, 825, 830, 835, 900, 925 und 935 gestempelt. Keine dieser Zahlen steht jemals für Gold.
Die Verwechslung entsteht im Auge, nicht im Kopf. Rhodiniertes Silber und Weißgold sehen sich zum Verwechseln ähnlich: beide weiß glänzend, beide kühl im Ton, beide ohne den warmen Schimmer von Gelbgold. Wer nur hinschaut, kann sie nicht trennen. Wer den Stempel liest, kann es sofort.
Der umgekehrte Fall kommt ebenfalls vor: Ein Stück wirkt goldfarben, trägt aber einen Silberstempel. Dann handelt es sich meist um vergoldetes Silber, im Fachhandel Vermeil genannt — massives Silber mit einer Goldauflage.
825 und 835 waren in Deutschland vor allem in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts verbreitet, häufig bei Besteck und Gebrauchssilber. Wer heute eine solche Zahl liest, hat deshalb in aller Regel ein Erbstück in der Hand — kein modernes Schmuckstück, sondern etwas, das jemand vor Jahrzehnten gekauft hat.
Und jetzt der Teil, der oft untergeht: Kein Gold heißt nicht wertlos. Ein 835er Stück hat einen Silberwert, der sich aus Gewicht und Feingehalt ergibt. Trägt es zusätzlich ein erkennbares Herstellerzeichen, kann ein Sammlerwert dazukommen, der den reinen Materialwert übersteigt. Das lässt sich nicht am Foto klären, sondern nur am Objekt.
Diese Zahlen stammen aus dem Silberbereich. Was 835 und 825 dort bedeuten und welche Zeichen danebenstehen dürfen, steht im Lexikon der Silberpunzen.
Wie erkenne ich, ob es Weißgold ist?
Drei Wege, in dieser Reihenfolge.
Der Stempel
Goldfeingehalte sind 333, 375, 585, 750, 900 und 999. Silberfeingehalte sind 800, 825, 830, 835, 900, 925 und 935. Nur die 900 kommt in beiden Reihen vor, jede andere Zahl ordnet das Metall eindeutig zu. Platin trägt üblicherweise 950 oder PT950.
Farbe und Rhodinierung
Weißgold ist im Rohzustand nicht weiß, sondern leicht gelblich. Damit es rein weiß wirkt, wird es mit einer hauchdünnen Rhodiumschicht überzogen. Diese Schicht nutzt sich über Jahre ab — zuerst dort, wo das Stück am meisten reibt.
Ein Ring, der an den Kanten oder an der Unterseite gelblich durchscheint, ist deshalb ein starker Hinweis auf Weißgold. Silber verhält sich anders: Es läuft dunkel an, grau bis schwarz, nicht gelblich. Wer den Unterschied zwischen „gelblich durchscheinend“ und „dunkel angelaufen“ einmal gesehen hat, verwechselt ihn nicht mehr.
Gewicht
Platin ist bei gleicher Form deutlich schwerer als Weißgold. Das merken Sie in der Hand, wenn Sie zwei ähnliche Ringe nebeneinander halten — vorausgesetzt, Sie haben einen Vergleich.
Ohne Vergleichsstück hilft das Gewicht wenig. Dann bleibt der Stempel: 950 oder PT950 spricht für Platin, 585 oder 750 für Gold.
Kein Stempel, unleserlicher Stempel: was das heißt
Zuerst die Entwarnung: In Deutschland besteht keine Pflicht, Schmuck zu punzieren. Das Gesetz erlaubt die Stempelung, es schreibt sie nicht vor. Ein fehlender Stempel ist deshalb kein Beweis gegen Echtheit — er ist überhaupt kein Beweis.
Ungestempelte Stücke begegnen uns regelmäßig, und die Gründe sind meist harmlos:
- Sehr alter Schmuck, entstanden vor der Vereinheitlichung der deutschen Stempelung.
- Umarbeitungen. Wird ein Ring geweitet oder eine Kette gekürzt, verschwindet die gestempelte Stelle mitunter mit.
- Abrieb. Ein Ring, der vierzig Jahre lang getragen wurde, hat innen keine scharfen Kanten mehr. Die Punze ist dann nicht weg, sondern nur nicht mehr lesbar.
Ein zweiter Punkt, den viele nicht kennen: Punzieren ist in Deutschland nicht Goldschmieden vorbehalten. Wer stempelt, haftet zwar für die Richtigkeit der Angabe — der Verkäufer steht dafür gerade —, aber die Zahl allein ist keine amtliche Prüfung. Sie ist eine Behauptung mit Rechtsfolge, nicht ein Zertifikat.
Sicher klären lässt sich das nur am Objekt. Wir prüfen bei unleserlicher oder fehlender Punze mit Goldprüfsäure, damit am Ende beide Seiten wissen, womit sie es zu tun haben. Die Einschätzung erfolgt ohne Verkaufszwang — passt Ihnen das Ergebnis nicht, nehmen Sie Ihr Stück selbstverständlich wieder mit.
Häufige Fragen zu Weißgold-Stempeln
Was bedeutet 585 bei Weißgold?
585 bedeutet, dass 585 von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung reines Gold sind, also 58,5 Prozent. Das entspricht 14 Karat und ist der häufigste Schmuckstandard in Deutschland. Die restlichen 41,5 Prozent bestehen aus anderen Metallen — bei Weißgold vor allem aus Silber und Palladium, die dem Stück den hellen Ton geben.
Ist 835 Weißgold echtes Gold?
Nein. 835 ist ein Silberfeingehalt und bedeutet 83,5 Prozent Feinsilber. Es gibt kein Gold mit dem Stempel 835. Ein Stück mit dieser Zahl ist Silber, das durch eine Rhodinierung wie Weißgold aussehen kann. Wertlos ist es deshalb nicht — es hat einen Silberwert, und bei erkennbarer Manufaktur möglicherweise einen Sammlerwert darüber hinaus.
Welcher Stempel steht für Weißgold?
Es gibt keinen eigenen Weißgold-Stempel. Der Feingehaltsstempel nennt nur den Goldanteil, nicht die Farbe der Legierung. Ein Stück mit 585 oder 750 kann Gelbgold, Rotgold oder Weißgold sein — welche Farbe es ist, entscheidet die Zusammensetzung der übrigen Legierungsbestandteile.
Muss Weißgold neu rhodiniert werden?
Die Rhodiumschicht nutzt sich mit der Zeit ab, weil sie sehr dünn ist und mechanisch beansprucht wird. Wie schnell das geht, hängt davon ab, wie oft und wie hart ein Stück getragen wird. Ein Ehering am Arbeitsalltag verliert die Schicht schneller als ein Anhänger im Etui. Aufbereiten lässt sich das beim Goldschmied; auf den Materialwert des Stücks hat der Zustand der Rhodinierung keinen Einfluss.
Was ist Weißgold ohne Stempel wert?
Das lässt sich ohne Prüfung nicht beziffern, und jede Zahl ohne Objekt wäre geraten. Den Wert bestimmen drei Faktoren: der tatsächliche Feingehalt, das Gewicht der Legierung ohne Steine und der Tageskurs. Bei Stücken mit erkennbarer Handschrift — einer Manufaktur, einer ungewöhnlichen Arbeit, einem Signum — kommt ein möglicher Sammlerwert hinzu, der den Materialwert deutlich übersteigen kann. Der fehlende Stempel selbst mindert den Wert nicht.
Ist 925 Weißgold?
Nein. 925 ist Sterlingsilber, der internationale Schmuckstandard mit 92,5 Prozent Silberanteil. Die Zahl kommt bei hellem Schmuck sehr häufig vor und wird deshalb oft für eine Goldlegierung gehalten. Auch hier gilt: Silber ist kein Gold, aber Silber hat einen Wert.
Wenn Sie wissen wollen, was das Stück tatsächlich wert ist
Sie haben den Stempel gelesen. Damit wissen Sie, welches Metall vor Ihnen liegt — aber noch nicht, was es bringt. Diesen Schritt macht die Bewertung: Feingehalt prüfen, Gewicht ohne Steine bestimmen, Zustand und Machart einordnen.
Bei uns haben Sie danach zwei Wege. Beim Direktankauf erhalten Sie sofort Geld, in der Regel zum Materialwert. Bei Stücken mit erkennbarer Manufaktur oder Sammlerinteresse kann die Versteigerung mehr bringen als das Material allein — welcher Weg in Ihrem Fall der bessere ist, sagen wir Ihnen vorher.
Größere Sammlungen und Nachlässe sehen wir auf Wunsch vor Ort in Stuttgart an. Einzelne Stücke bringen Sie am einfachsten zu uns in die Seyfferstraße 103 in Stuttgart-West; ein Termin ist nicht zwingend, sorgt aber dafür, dass wir uns Zeit nehmen können.
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