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Auktionswesen, Schmuck und Uhren, Allgemein

Bernstein-Wert: So ermitteln Sie den Preis Ihres Bernsteins

Inhaltsverzeichnis

Bernstein Ring aus eigener Auktion - Auktionshaus von Brühl

Aktualisiert am 28. Mai 2026 · Auktionshaus von Brühl

Sie halten ein Stück Bernstein in der Hand – geerbt, am Strand gefunden oder seit Jahrzehnten in der Schmuckschatulle – und fragen sich: Was ist mein Bernstein wert? Die ehrliche Kurzantwort lautet: Die meisten Bernsteinstücke sind heute wenige Euro pro Gramm wert, einzelne Raritäten dagegen mehrere hundert Euro. Wo genau Ihr Stück liegt, entscheiden Größe, Farbe, Klarheit, mögliche Einschlüsse und die Sorte. Diesen Spielraum von „fast wertlos“ bis „kleiner Schatz“ füllen wir auf dieser Seite mit konkreten Zahlen. Als Auktionshaus begutachten wir Bernstein seit Jahren – und sortieren für Sie, was im Netz an Halbwissen und veralteten Boom-Preisen kursiert. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie den Wert realistisch einschätzen, bevor Sie verkaufen.

Was ist Bernstein wert? Ein erster Überblick

Der Bernstein-Wert beginnt bei wenigen Cent und reicht bei absoluten Spitzenstücken in den vierstelligen Bereich pro Stück. Diese enorme Spanne ist kein Widerspruch, sondern die Natur der Sache: Bernstein wird nicht nach Reinheitsgrad und Karatgewicht wie ein Diamant gehandelt, sondern als Einzelstück bewertet. Zwei optisch ähnliche Steine können sich im Preis um das Hundertfache unterscheiden.

Für die grobe Orientierung hilft eine Einteilung in drei Klassen. Der weitaus größte Teil – klarer oder kleinteiliger Standardbernstein, wie ihn die meisten Haushalte besitzen – liegt aktuell zwischen etwa einem und zehn Euro pro Gramm. Schöner, gut verarbeiteter Schmuckbernstein gefragter Sorten erreicht ein höheres Niveau. Echte Raritäten schließlich – seltene Farben, naturbelassene Großstücke oder Steine mit gut sichtbaren fossilen Einschlüssen – sprengen jede Tabelle.

QualitätsstufeBernstein-Preis pro Gramm (Richtwert)
Kleinteiliger Strandfund / klarer Standardbernsteinunter 1 bis ca. 3 €
Schöner Schmuckbernstein, Standardsorteca. 1 bis 10 €
Begehrte Sorte in guter Qualität (z. B. Butterscotch, Weiß)ca. 10 bis 30 €
Rarität (blauer Bernstein, naturbelassenes Großstück, perfekter Schliff)15 bis 50 € und mehr
Stück mit seltener Inkluse / Spitzen-SammlerwareEinzelfall – dreistellig bis über 1.000 €

Diese Werte sind Richtwerte aus aktueller Marktbeobachtung und unserer Auktionspraxis. Welche Faktoren Ihren Bernstein konkret in eine dieser Klassen einordnen, klären wir Schritt für Schritt.

Aktueller Bernstein-Preis pro Gramm 2026

Wer heute den aktuellen Bernstein-Preis recherchiert, stößt auf zwei widersprüchliche Welten. Die eine spricht von 40 bis 60 Euro pro Gramm und davon, dass Bernstein Gold überholt habe. Die andere berichtet von eingebrochenen Preisen und Ketten, die kaum noch jemand kauft. Beide stimmen – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Zu Beginn der 2010er-Jahre löste die chinesische Nachfrage einen regelrechten Höhenflug aus. Bernstein galt plötzlich als Luxus- und Anlageobjekt, edle Stücke übertrafen zeitweise den Goldpreis pro Gramm, und in der Fachpresse war von 40 bis 60 Euro je Gramm die Rede. Schon damals galt aber: Nur ein kleiner Teil aller Steine erreichte überhaupt dieses Niveau. Der große Rest blieb gewöhnliche Ware zu gewöhnlichen Preisen.

Seit etwa 2023 ist dieser Hype abgeklungen. Die Nachfrage aus China hat nachgelassen, gleichzeitig drückt ein Überangebot an Pressbernstein (aus erhitzten Resten rekonstruiert) und an Kunststoff-Imitaten auf den Markt – ein Befund, den seriöse Fachankäufer übereinstimmend bestätigen und den wir im eigenen Ankauf täglich sehen. Das Ergebnis: Schöner Bernsteinschmuck erzielt heute im Durchschnitt zwischen einem und zehn Euro pro Gramm. Die alten Boom-Preise von 40 bis 60 Euro pro Gramm taugen für gewöhnliche Ware nicht mehr als Maßstab – wer Ihnen das heute noch verspricht, kennt den Markt nicht.

Bernstein Kette - Auktionshaus von Brühl
Foto: Gerald R. Ford Presidential Museum, Public domain, via Wikimedia Commons

Einen festen Gramm-Preis für Bernstein gibt es deshalb nicht und kann es nicht geben. Der Wert schwankt mit der internationalen Nachfrage und mit der Vintage-Mode, und er hängt vor allem am Einzelstück. Das Prinzip ähnelt dem Diamantenmarkt: Ein mittelmäßiger Stein bleibt günstig, ein perfekter erzielt ein Vielfaches. Genau diese Bandbreite macht die folgende Tabelle greifbar.

Bernstein-Wert-Tabelle: Preise nach Gewicht und Qualität

Die folgenden Preise sind grobe Richtwerte aus Auktionsergebnissen und laufender Marktbeobachtung. Sie ergeben sich rechnerisch aus den oben genannten Gramm-Spannen und sind bewusst weit gefasst – je nach Qualität, Herkunft und Käufer kann der reale Preis erheblich abweichen. Der tatsächliche Wert Ihres Stücks hängt immer von der Einzelbewertung ab.

Gewicht / FormQualitätPreisspanne (€)Anmerkung
1 g RohbernsteinStandard, ohne Einschlussunter 1 – 3 €einzeln kaum handelbar
10 g RohbernsteinStandardca. 5 – 30 €mittlere Stückgröße
100 g RohbernsteinStandard bis Premiumca. 50 – 400 €je nach Anteil schöner Einzelstücke
1 kg Rohbernsteingemischt (Großposten)ca. 150 – 800 €Gramm-Preis sinkt bei Großmengen
Bernsteinkette (Vintage)klar / Standardca. 20 – 150 €viele klare Ketten liegen am unteren Rand
Bernsteinkette (Vintage)Butterscotch / Premiumca. 100 – 500 € und mehrgefragtes Segment
Bernstein mit Insekteneinschlussvariabelca. 50 – über 1.000 €stark von der Inkluse abhängig
Spitzenstück / SammlerwareTopEinzelfallbewertungvier- bis fünfstellig möglich (selten)

Bernstein-Wert-Tabelle 2026 – Richtwerte nach Gewicht und Qualität.

Eine Zahl in dieser Tabelle ersetzt keine Begutachtung. Gerade bei Stücken im oberen Bereich – Großposten, Premium-Ketten, Einschlüsse – entscheiden Details über mehrere hundert Euro Unterschied. Wenn Ihr Stück in diese Kategorien fällt, lohnt sich eine kostenlose Bernstein-Wertschätzung, bevor Sie einen Preis festlegen.

Wovon hängt der Wert von Bernstein ab?

Fünf Faktoren entscheiden über fast jeden Bernstein-Preis. Wer sie kennt, kann ein Stück in Minuten grob einordnen – und erkennt sofort, ob sich eine professionelle Schätzung lohnt.

Größe und Gewicht

Größere Steine sind nicht nur schwerer, sondern überproportional teurer. Ein zehn Gramm schweres Einzelstück bringt deutlich mehr als zehn Steine zu je einem Gramm, weil große, makellose Brocken selten sind und sich besser verarbeiten lassen. Diese nichtlineare Preiskurve ist vom Diamantmarkt bekannt und gilt für Bernstein genauso. Bei Großmengen kehrt sich der Effekt um: Ein Kilo gemischter Rohbernstein wird als Handelsposten kalkuliert, der Gramm-Preis fällt entsprechend.

Klarheit und Farbe

Naturbernstein ist im Kern goldgelb bis honigfarben. Undurchsichtige Varianten verdanken ihr Aussehen mikroskopisch kleinen Lufteinschlüssen – beim weißen Bernstein bis zu mehreren Millionen Bläschen pro Kubikmillimeter. Welche Klarheit den höchsten Preis bringt, hängt vom Markt ab: Tendenziell bevorzugen Käufer in China mattes Honiggelb als Farbe des Wohlstands, der arabische Raum schätzt dunkle Ocker- und weiße Töne, europäische und amerikanische Sammler suchen eher klare, transparente Steine. Das sind grobe Tendenzen, keine festen Regeln – die Märkte sind in Wahrheit deutlich heterogener. Intensität und Reinheit der Farbe steigern den Wert – fade, trübe Standardware bleibt günstig.

Einschlüsse (Inklusen)

Bernstein mit Insekteneinschluss - Auktionshaus von Brühl
Foto: Brocken Inaglory, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein im Harz konserviertes Insekt, eine Pflanze, eine Luftblase oder gar ein winziger Wirbeltierrest verwandelt einen gewöhnlichen Stein in ein naturhistorisches Unikat. Entscheidend ist, wie selten und wie gut erkennbar der Einschluss ist. Eine kleine Mücke hebt den Preis moderat; ein vollständig erhaltener Urzeit-Skorpion oder eine Vogelfeder kann ihn vervielfachen. Für außergewöhnliche Inklusen werden in Sammlerkreisen regelmäßig vierstellige Beträge gezahlt. Vorsicht zugleich: Einschlüsse werden gefälscht, indem moderne Insekten in Kunstharz gegossen werden.

Herkunft

Baltischer Bernstein – fossiles Harz eozäner Nadelwälder, rund 44 bis 50 Millionen Jahre alt – gilt als Qualitäts-Goldstandard und macht den weitaus größten Teil des europäischen Handels aus. Welche Baumart das Harz lieferte, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt; man spricht vorsichtig von verschiedenen Koniferen eines „Bernsteinwaldes“. Chemisch ist baltischer Succinit für seinen hohen Gehalt an Bernsteinsäure bekannt (typischerweise etwa drei bis acht Prozent) – ein charakteristisches, im praktischen Handel allein aber nicht ausreichendes Echtheitsmerkmal. Dominikanischer Bernstein ist mit rund 20 bis 23 Millionen Jahren jünger, oft außergewöhnlich transparent und besonders reich an Einschlüssen – und liefert die seltene blaue Varietät. Solche Herkunftsmerkmale schlagen sich direkt im Preis nieder.

Verarbeitung

Rohbernstein, geschliffener Bernstein und fertiger Schmuck werden unterschiedlich bewertet. Ein schöner Schliff hebt Glanz, Farbe und Einschlüsse hervor und steigert den Wert eines guten Steins. Bei mittlerer Rohware lohnt die Bearbeitung dagegen oft nicht. Streng zu trennen ist echter Naturbernstein von Pressbernstein (aus erhitzten kleinen Resten zusammengepresst) und von reinem Kunstharz. Naturbelassene Stücke erzielen deutlich höhere Preise – die Echtheit ist damit die erste Frage jeder Bewertung. Wie Sie sie selbst prüfen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum echten Bernstein erkennen.

Welche Bernstein-Sorten sind besonders wertvoll?

Bernstein Sorten - Auktionshaus von Brühl
Homik8 Michal Kosior, Public domain, via Wikimedia Commons

„Bernstein“ ist ein Sammelbegriff für zahlreiche fossile Harztypen weltweit – wie viele es genau sind, hängt von der jeweiligen Klassifikation ab. Für den Wert zählt vor allem die Farb- und Strukturvariante. Hier die gefragtesten Sorten – von der Massenware bis zur Rarität.

Butterscotch-Bernstein

Karamellfarben, undurchsichtig, von milchig-warmer Tönung: Butterscotch ist die wohl begehrteste Schmuckvariante, besonders im arabischen Raum. Vintage-Ketten in Olivenform erzielen hier die besten Preise im sonst schwächelnden Kettenmarkt. Butterscotch in guter, gleichmäßiger Qualität gehört zum hochpreisigen Segment – ein Grund, alte Familienketten genau zu prüfen, statt sie pauschal als altmodisch abzutun.

Schwarzer Bernstein

Tief dunkel, oft durch pflanzliche Einschlüsse oder Mineralbeimengungen gefärbt. Streng genommen ist „schwarz“ meist eine sehr dunkle Schattierung von Braun oder Rot, die im Gegenlicht durchscheint. Echter, dunkler Naturbernstein mit interessanter Struktur hat Seltenheitswert und wird von Juwelieren für markanten Schmuck gesucht. Von künstlich geschwärztem Material ist er klar zu unterscheiden.

Honig-Bernstein

Die klassische, goldgelb-transparente Bernsteinfarbe – das Bild, das die meisten vor Augen haben. Hohe Transparenz und ein warmer, gleichmäßiger Ton bringen Honig-Bernstein ins mittlere bis gehobene Preissegment. Trübe oder rissige Stücke bleiben dagegen Standardware.

Roter Bernstein (Kirschbernstein)

Rost- bis kirschrot, selten und entsprechend gesucht – roter Bernstein macht nur einen Bruchteil aller Funde aus. Die Färbung entsteht durch jahrmillionenlange Oxidation des Harzes nahe der Oberfläche. Gerade auf dem asiatischen Markt ist diese satte Farbe stark nachgefragt, was kräftige Stücke hochpreisig macht.

Baltischer Bernstein

Kein Farbtyp, sondern der Qualitäts- und Herkunftsstandard schlechthin: Succinit aus dem Ostseeraum, bekannt als „Gold des Nordens“. Der überwiegende Teil der Weltförderung stammt aus dem Samland bei Kaliningrad, wo der Bernstein in der berühmten „Blauen Erde“ lagert. Baltische Herkunft ist für viele Käufer ein Echtheits- und Qualitätssiegel und stützt den Wert über alle Farben hinweg.

Weißer Bernstein (Königsbernstein)

Auch „Königsweiß“ oder „Knochenbernstein“ genannt – elfenbeinartig, undurchsichtig durch Millionen winziger Luftbläschen, oft mit zarten Schlieren in Grau, Blau oder Honig. Diese Naturvariante macht nur ein bis zwei Prozent allen Bernsteins aus und wird im arabischen Raum besonders geschätzt. Hochwertige weiße Stücke zählen damit historisch zu den teuersten Bernsteinvarianten überhaupt.

Blauer Bernstein

Die seltenste Sorte von allen. Im Tageslicht wirkt sie unscheinbar gelblich oder braun, unter UV-Licht oder Sonne aber leuchtet sie tiefblau auf. Blauer Bernstein stammt fast ausschließlich aus der Dominikanischen Republik und erzielt Spitzenpreise. Einfache Rohware beginnt im Bereich von etwa 15 bis 20 Euro pro Gramm; hochwertige Stücke und verarbeiteter Schmuck mit kräftiger Blaufluoreszenz liegen deutlich – oft um ein Vielfaches – darüber.

Ist Bernstein wertvoll? Eine ehrliche Einordnung

Ja, Bernstein ist wertvoll – aber längst nicht jedes Stück. Diese Unterscheidung ist die wichtigste Erkenntnis dieses Ratgebers, und sie ist der Grund, warum so viele Verkäufer enttäuscht werden: Sie erwarten Boom-Preise für Massenware.

Tatsächlich wertvoll sind seltene Farben (blau, intensiv rot, gutes Weiß), naturbelassene Großstücke mit Klarheit und schönem Schliff sowie Steine mit gut erhaltenen, ungewöhnlichen Einschlüssen. Sammlernischen sind dunkler und besonders alter Bernstein sowie antike, handgearbeitete Schmuckstücke mit Provenienz. Nur schwer oder zu sehr niedrigen Preisen verkäuflich sind dagegen kleine, klare Standardsteine, Pressbernstein und Ketten aus sehr kleinen oder trüben Perlen – sie liegen heute am unteren Rand der Skala.

Den Beinamen „Gold des Meeres“ verdankt Bernstein nicht zuletzt dem arabischen Sprachraum, in dem das fossile Harz seit jeher als Symbol für Glück und Wohlstand gilt; auch im asiatischen Kulturraum wird es traditionell zu den glücksbringenden Steinen gezählt. Als die kulturell hoch geschätzten Jadevorkommen knapper wurden, rückte Bernstein in Asien als Status- und Sammelobjekt nach – das war der eigentliche Motor des Booms. Diese Nachfrage aus Asien und Arabien bleibt ein wichtiger Werttreiber, auch wenn sie schwankt. Genau deshalb lohnt der Blick in Schubladen, Vitrinen und auf den Dachboden: In vielen deutschen Haushalten liegen Erbstücke, die hierzulande als altmodisch gelten, international aber gefragt sind. Ob Ihr Stück dazugehört, klärt eine fachliche Einschätzung in wenigen Minuten.

Bernstein-Wert berechnen: So gehen Sie vor

Eine erste Einschätzung gelingt Ihnen zu Hause. Den verbindlichen Wert ermittelt erst die Begutachtung – aber die Vorarbeit lohnt sich.

  1. Echtheit prüfen. Stellen Sie sicher, dass es sich um Naturbernstein handelt und nicht um Press- oder Kunstbernstein. Erste Hinweise geben der Salzwasser-Test, das Verhalten unter UV-Licht und der Reibe-Test. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zum echten Bernstein erkennen.
  2. Gewicht bestimmen. Wiegen Sie das Stück auf einer Feinwaage in Gramm – die Basis jeder Preisberechnung.
  3. Sorte und Farbe einordnen. Bestimmen Sie anhand des Sorten-Abschnitts oben, ob Honig, Butterscotch, Weiß, Rot, Blau oder Standard vorliegt.
  4. Klarheit und Einschlüsse beurteilen. Halten Sie den Stein gegen Licht. Gibt es Einschlüsse? Sind sie gut erkennbar?
  5. Mit Marktwerten abgleichen. Multiplizieren Sie das Gewicht mit dem passenden Gramm-Richtwert aus der Tabelle oben – das ergibt eine grobe Hausnummer.
  6. Bei Unsicherheit schätzen lassen. Sobald Hinweise auf eine gefragte Sorte, ein Großstück oder eine Inkluse vorliegen, ist eine professionelle Schätzung das Geld wert – die Eigeneinschätzung greift hier regelmäßig zu kurz.

Die Eigenrecherche ist schnell und kostenlos, aber sie kennt das Stück nicht. Eine professionelle Wertschätzung berücksichtigt Provenienz, aktuelle Nachfrage und Verarbeitung – und schützt davor, einen kleinen Schatz zum Trödelpreis abzugeben. Der Aufwand lohnt sich immer dann, wenn der überschlägige Wert dreistellig wird.

Häufig gestellte Fragen zum Bernstein-Wert

Wie viel ist 1 Gramm Bernstein wert?

Je nach Qualität liegt der Bernstein-Preis pro Gramm heute überwiegend zwischen einem und zehn Euro. Klare Standardware und kleine Stücke bilden den unteren Rand, begehrte Sorten wie Butterscotch oder seltener blauer Bernstein das obere Ende mit 15 bis 50 Euro pro Gramm. Entscheidend sind Farbe, Klarheit und Herkunft. Bei vermuteter Top-Qualität empfiehlt sich eine kostenlose Wertschätzung.

Wie viel ist 1 kg Bernstein wert?

Ein Kilo Rohbernstein wird meist als Großposten gehandelt und liegt je nach Mischung etwa zwischen 150 und 800 Euro. Wichtig: Bei Großmengen ist der Gramm-Preis deutlich niedriger als bei einem schönen Einzelstück gleicher Qualität, weil der Käufer erst sortieren muss. Premium-Einzelstücke aus dem Kilo können separat ein Vielfaches bringen.

Wie viel sind 140 Gramm Bernstein wert?

Bei 140 Gramm Standardbernstein ergibt sich rechnerisch ein Richtwert von rund 150 bis 800 Euro – die Spanne ist so groß, weil sie ganz von der Qualität abhängt. Enthält der Posten ein Großstück, eine gefragte Sorte oder eine Inkluse, kann der Wert deutlich höher liegen. Eine Begutachtung grenzt die Zahl präzise ein.

Sind alte Bernsteinketten wertvoll?

Häufig ja – aber nicht pauschal. Besonders gefragt sind Vintage-Ketten aus den 1950er- bis 1970er-Jahren in Butterscotch-Qualität, vor allem im arabischen und asiatischen Markt. Ketten aus sehr kleinen, klaren oder gepressten Perlen haben dagegen kaum Wert. Ausschlaggebend sind Sorte, Gewicht, Erhaltungszustand und Verarbeitung.

Wie viel Geld bekommt man für einen Bernstein?

Das hängt stark vom Stück ab. Für kleine Strandfunde gibt es oft nur wenige Euro; in seltenen Ausnahmefällen – etwa bei spektakulären Einschlüssen oder musealen Stücken – sind vier- bis fünfstellige Beträge möglich. Dazwischen liegt die große Masse des gewöhnlichen Schmuckbernsteins. Eine Wertschätzung verschafft Klarheit, bevor Sie verkaufen.

Ist Bernstein eine Wertanlage?

Bedingt. Spitzenstücke – seltene Farben, große Inklusen – haben sich über die Jahre wertstabil bis steigend gezeigt, schwanken aber mit der internationalen Nachfrage. Standardware eignet sich nicht als Anlage. Anders als bei Gold gibt es keinen Tagespreis; jedes Stück ist ein Einzelfall. Wer in Bernstein anlegt, braucht Fachwissen und Geduld.

Wie kann ich den Wert von Bernstein berechnen?

Bestimmen Sie Gewicht, Sorte, Klarheit und Einschlüsse, gleichen Sie das Ergebnis mit aktuellen Gramm-Richtwerten ab und multiplizieren Sie. Das ergibt eine grobe Orientierung. Eine ausführliche Anleitung in sechs Schritten finden Sie im Abschnitt „Bernstein-Wert berechnen“ weiter oben. Bei dreistelligen Werten lohnt die professionelle Schätzung.

Wie erkenne ich echten Bernstein?

Erste Hinweise liefern der Salzwasser-Test (in stark gesättigter Salzlösung – grob zwei bis drei Esslöffel Salz auf ein Glas Wasser – schwimmt echter Bernstein auf, während die meisten Imitate sinken), die bläulich-grüne Fluoreszenz unter UV-Licht und der Reibe-Test (gerieben zieht Bernstein kleine Papierschnipsel an). Diese Tests ersetzen keine fachliche Prüfung. Die vollständige Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zum echten Bernstein erkennen.

Was ist der Unterschied zwischen Bernstein und Phosphor?

Eine ernste Sicherheitsfrage: An Nord- und Ostseestränden wird gelegentlich weißer Phosphor aus Kriegsaltlasten gefunden, der getrocknetem Bernstein täuschend ähnelt, sich aber bei Erwärmung selbst entzünden und schwere Verbrennungen verursachen kann. Verdächtige Funde niemals in der Hosentasche trocknen lassen – im Zweifel separat in einem nicht brennbaren Behälter lagern und Fachleute hinzuziehen.

Wo kann ich Bernstein verkaufen?

Seriöse Wege sind ein Auktionshaus oder ein spezialisierter Fachankauf mit transparenter Begutachtung. Auf Flohmärkten oder Marktplätzen erzielen besondere Stücke selten ihren wahren Wert, weil dort die Käuferschicht fehlt. Wie ein fairer Verkauf abläuft und welche Stücke sich lohnen, lesen Sie auf unserer Seite zum Bernstein-Ankauf.

Wie hoch ist der aktuelle Bernstein-Preis 2026?

Schöner Schmuckbernstein erzielt aktuell überwiegend ein bis zehn Euro pro Gramm; der Boom der 2010er-Jahre mit 40 bis 60 Euro ist für gewöhnliche Ware Vergangenheit. Seltene Sorten und Inklusen liegen darüber. Die Preise hängen weiter an der Nachfrage aus Asien und Arabien und können sich mit ihr verändern. Details finden Sie in der Wert-Tabelle oben.

Welche Bernstein-Sorte ist am wertvollsten?

Im Spitzensegment stehen blauer Bernstein aus der Dominikanischen Republik, kräftiger roter Kirschbernstein, hochwertiger weißer Königsbernstein und jedes Stück mit seltener, gut erhaltener Inkluse. Butterscotch führt das gehobene Schmucksegment an. Klare gelbe Standardware ist dagegen die häufigste und günstigste Variante.

Kostenlose Bernstein-Wertschätzung durch unsere Experten

Eine Tabelle gibt Ihnen die Größenordnung – den genauen Wert Ihres Stücks ermittelt erst der Blick eines Fachmanns. Genau das bietet Ihnen das Auktionshaus von Brühl: Wir begutachten Ihren Bernstein, ordnen Sorte, Qualität und mögliche Einschlüsse ein und nennen Ihnen eine realistische, marktgerechte Einschätzung – diskret und ohne Verkaufsdruck. Aus jahrelanger Auktionserfahrung wissen wir, wo der internationale Markt heute wirklich steht, und bewahren Sie davor, ein gefragtes Erbstück zum Trödelpreis abzugeben.

Senden Sie uns zunächst aussagekräftige Fotos, kommen Sie zu uns nach Stuttgart oder nutzen Sie den postalischen Weg – die Wertschätzung ist für Sie kostenlos und unverbindlich. Fordern Sie jetzt Ihre kostenlose Bernstein-Wertschätzung an und erfahren Sie, was in Ihrer Schublade schlummert.


Quellen & Marktdaten: Die Preisangaben sind Richtwerte aus laufender Marktbeobachtung und unserer eigenen Auktions- und Ankaufspraxis; die kultur- und erdgeschichtlichen Angaben stützen sich auf mineralogische Fachliteratur und museale Quellen. Der tatsächliche Wert eines Stücks ergibt sich stets aus der Einzelbegutachtung.

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