Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, 1835.

Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, 1835.

Die Marinemalerei, oder auch Seestück, ist ein Genre der Malerei, das maritime Themen auf Gemälden zeigt. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die See, beziehungsweise das Meer, nie allein dargestellt, Hauptthema waren Wasserfahrzeuge aller Art, Größe und Vielzahl. Die Marinemalerei wird sehr weit gefasst und kann sowohl Landschaften, Personen, als auch mythologische, religiöse oder historische Ereignisse darstellen. Deshalb wird sie oft der Landschaftsmalerei oder der Historienmalerei unterstellt. Die Entwicklung als eigenständiges Thema begann im 16. Jahrhundert in den Niederlanden und gelangte dort im 17. Jahrhundert zu einer ersten Blüte.

Im späten 17. Jahrhundert investierten England und Frankreich in ihre Flotten, wodurch auch dem Kunstgenre mehr Aufmerksamkeit zuteilwurde. Um die maritimen Aktivitäten auch für die Gäste am Hofe und nicht nur am Hafen sichtbar zu machen, wurden nicht mehr nur einzelne Arbeiten in Auftrag gegeben, sondern sogar Künstler als königliche Marinemaler angestellt. Zumeist wurden hierfür niederländische Maler, wie Willem van de Velde der Ältere und Jüngere, angeworben, da diese als Experten galten. Besonders England holte sich die Künstler und ihre Kunstwerke in das eigene Land, während Frankreich lediglich Vorbilder für die eigenen Künstler suchte. So entwickelt sich die Marinemalerei in beiden Ländern sehr unterschiedlich.

Im 19. Jahrhundert wurde die See oft zur Darstellung von Gemütszuständen genutzt. Die bekanntesten Vertreter dieser Zeit sind Caspar David Friedrich und William Turner. Auch nationale historische Ereignisse wurden individuell interpretiert. Nach einer Zeit mit besonders vielen dramatisch zugespitzten Motiven (Seeschlacht, Schiffbruch, Untergang) werden sie von ruhigeren und realeren Szenen abgelöst. Neu wird die Darstellung der „leeren See“. Ein besonderes Motiv der Romantik war die Unendlichkeit der Welt, die sie durch die Weite der See und durch Lichtsymbolik dazustellen suchten. Im 19. Jahrhundert fand die Darstellung von Seestücken eine sehr weite Verbreitung und kann vielleicht als das Jahrhundert der See betrachtet werden.

Auch heute noch verbindet man die Marinemalerei mit dem Zeitalter der Piraterie und Entdeckungsfahrten. Sie bewegt die Gefühle, wühlt auf, beruhigt, stimmt nachdenklich, weckt Sehnsucht und gibt Hoffnung. Im 20. und 21. Jahrhundert scheint das Interesse an diesem Genre abgeflacht zu sein, doch ausgestorben ist sie noch immer nicht. Exemplarisch kann man die zeitgenössischen Künstler Gerhard Richter, Anslem Kiefer, Werner Knaupp, Bernd Zimmer, Ingo Kühl und Susanne Knaack nennen.

 

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