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Wassily Kandinsky: Das Jüngste Gericht/Komposition V, 1911.

 

Abstrakte Malerei – Was soll das?

Der Begriff „Abstrakte Malerei“ (lat. abstrahere: abziehen, loslösen) ist ein Sammelbegriff verschiedener Kunstströmungen, die sich von der gegenständlichen, wirklichkeitsbezogenen Darstellung losgelöst haben. In der Abstrakten Malerei vollzog sich ein Bruch mit einem der Grundprinzipien der historisch gewachsenen westlichen Malerei. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Bezug zu real existierenden Objekten universaler und stilunabhängiger Bezugspunkt künstlerischen Schaffens. Statt Gegenstände abzubilden, ordnen und komponieren die Künstler der Abstrakten Kunst Farben, Kontraste, Linien und geometrische Formen.

Die Anfänge der rein abstrakten Malerei liegen in der Zeit nach 1910. Als maßgebliche Begründer gelten Wassily Kandinsky, František Kupka, Piet Mondrian und Robert Delaunay gezählt. Eines der radikalsten und kontroversesten Werke der Abstrakten Malerei ist das berühmte Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das im Jahr 1915 erstmals ausgestellt wurde.

Bereits kurz nach der Entstehung der abstrakten Malerei zerfiel diese rasch in eine Reihe von Stilen. Ihre stilübergreifende Einteilung in eine expressive Abstraktion (Kandinsky) und eine geometrische Abstraktion (Malewitsch, Theo van Doesburg, Piet Mondrian) bzw. in eine lyrische und eine konstruktiv-geometrische Richtung, hat wesentlich äußerliche Merkmale und weniger methodische Unterschiede im Auge. Der bekannteste Vertreter des später so benannten abstrakten Expressionismus bzw. des Action Painting wird der Amerikaner Jackson Pollock; bahnbrechend waren hier jedoch andere Maler, so der französische Surrealist André Masson.

Ausgangspunkte für die Abstrakte Malerei waren einerseits der Expressionismus, aus dem sich die Stile von Kandinsky, E. W. Nay, H: Hartung oder J. Pollock entwickelten, auf der anderen Seite der Kubismus, dessen geometrische Formen sich in den Stilen von K. Malewitsch, P. Mondrian oder F. Kupka wiederspiegeln. Unter vielen Experten herrscht die Meinung, dass es sich bei der Abstrakten Kunst um eine zwingende Folge der vorherigen Stile handle.

Mit der Abstrakten Kunst versuchen manche Künstler die Innenwelt darzustellen, die vielfältiger ist als die sichtbare Außenwelt. Wassily Kandinsky versuchte als Synästhetiker den Farbenklang von Musik darzustellen. Selten wird auch auf das sichtbare Wesentliche eines Gegenstands eingegangen und dieses überbetont. Meist aber lösen die Objekte der Abstrakten Kunst beim Betrachter keine objektive Gegenstandsassoziation aus. Wenn kein Bezug zur Wirklichkeit hergestellt werden kann, ist bei der Beurteilung nur eine Interpretation, aber keine sachliche Beschreibung möglich. Deshalb werden zu abstrakten Kunstwerken häufig Schriften mitgeliefert, die darüber Aufschluss geben, was der Künstler bei der Herstellung fühlte oder dachte. Ohne diese Schriften ist eine hinreichende Interpretation oft nicht möglich und divergiert selbst unter kompetenten Kunstexperten stark.

Dennoch kann eine persönliche Interpretation Aufschluss über einen selbst verschaffen. Gerade durch die Abstraktion versucht der Betrachter das Gesehene durch Erinnerungen und Gefühle zu deuten und kann so als sehr erfüllend und aufschlussreich wahrgenommen werden.
 

 

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