Zum Inhalt springen
  • +49 711 953 387 04
  • +49 711 953 387 04
  • info@vonbruehl.com
  • Mo - Fr: 9:00 - 17:00 sowie Sa: 11:00 - 15:00
Das Logo vom Auktionshaus von Brühl
  • Auktionshaus
    • Zur Auktion – Blühender Mai
    • Zur Auktion – Collectors Spring
  • Edelmetall Preisliste
  • Verkaufen
    • Gold
    • Münzen
    • Schmuck
    • Gemälde
    • Porzellan
    • Modelleisenbahn
  • Blog
  • Auktionshaus
    • Zur Auktion – Blühender Mai
    • Zur Auktion – Collectors Spring
  • Edelmetall Preisliste
  • Verkaufen
    • Gold
    • Münzen
    • Schmuck
    • Gemälde
    • Porzellan
    • Modelleisenbahn
  • Blog
Oldtimer, Auktion

Oldtimer Auktionen

Der Ratgeber für Verkäufer, Erben und Sammler

Inhaltsverzeichnis

Mercedes Oldtimer Auktionen - Auktionshaus von Brühl
Foto von Johannes Giez

Ein Mercedes /8 in der Garage des verstorbenen Onkels. Ein Porsche 911, der seit zwölf Jahren unter einer Plane steht. Ein Käfer aus Vaters Werkstatt, den niemand mehr fährt. Wer einen Oldtimer hat, hat selten ein Problem mit dem Fahrzeug. Er hat ein Problem mit der Frage: Wie wird daraus jetzt der richtige Preis?

Drei Wege stehen offen. Privates Inserat. Direktankauf. Auktion. Welcher davon den höchsten Erlös bringt, hängt nicht vom Fahrzeug allein ab. Es hängt davon ab, wie sichtbar das Fahrzeug für die richtigen Käufer wird — und wie viele davon gleichzeitig bieten dürfen.

Dieser Ratgeber erklärt, was Oldtimer-Auktionen sind, wie sie ablaufen, was Ihren Klassiker wirklich wert ist und welche Wege im deutschen und internationalen Markt funktionieren. Am Ende wissen Sie, ob die Auktion für Ihren Fall der richtige Vertriebskanal ist — und wie Sie ihn richtig vorbereiten.

Was als Oldtimer gilt — und was nicht

Oldtimer Auktionen - Armaturenbrett - Auktionshaus von Brühl
Foto von Piotr Szajewski

Die rechtliche Definition steht in § 2 Nr. 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung: Ein Oldtimer ist ein Fahrzeug, dessen Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt, das weitestgehend dem Originalzustand entspricht, in einem guten Erhaltungszustand ist und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dient.

Das Alter allein reicht also nicht. Ein verbastelter Golf II mit Tuning-Auspuff und nicht zeitgenössischer Lackierung bekommt nicht automatisch ein H-Kennzeichen, auch wenn er Baujahr 1990 ist. Umgekehrt kann ein gepflegter Mercedes-Benz 190 von 1996 in 2026 frisch in die Oldtimer-Klasse rutschen — das Modelljahr ist nachrangig, entscheidend ist die Erstzulassung.

Daneben gibt es zwei verwandte Kategorien, die im Auktionsmarkt eine Rolle spielen. Youngtimer sind Fahrzeuge zwischen etwa 20 und 30 Jahren — die „jungen Klassiker“ der späten 1990er und frühen 2000er. Wer heute strategisch investieren will, schaut sich oft genau hier um: Ein bekannter, aber bereits seltener Youngtimer wie ein Audi TT Cabrio der ersten Baureihe oder ein BMW 3er E36 in einer rar gewordenen Variante kann in wenigen Jahren in die Oldtimer-Klasse rutschen — mit den entsprechenden Steuer- und Versicherungsvorteilen plus Wertaufstieg. Voraussetzung: Schadstoffklasse vorab prüfen. Je niedriger die Klasse, desto höher die reguläre Kfz-Steuer in der Übergangszeit, bevor das H-Kennzeichen greift. Sportwagen-Klassiker wie ein Porsche 964 oder ein BMW M3 E30 werden oft separat gehandelt, weil ihre Käuferschaft jünger und liquider ist als die klassische Oldtimer-Klientel.

Das H-Kennzeichen, eingeführt 1997, bringt drei handfeste Vorteile: pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro pro Jahr (statt teils über 400 Euro nach Hubraum), freie Einfahrt in alle deutschen Umweltzonen ohne Plakette, und meist günstigere Versicherungstarife. Voraussetzung ist ein Gutachten nach § 23 StVZO durch TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS. Wer den Klassiker nur in der warmen Jahreszeit fährt, kann das H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombinieren — Versicherung und Steuer fallen dann nur für die zugelassenen Monate an, was bei reinen Sommer-Cabrios mehrere hundert Euro pro Jahr spart.

Drei Wege, einen Oldtimer zu verkaufen — und warum Auktionen oft mehr bringen

Beim privaten Inserat auf Mobile.de oder Kleinanzeigen treffen Sie auf einen Käufer mit einem Preisvorschlag. Sie verhandeln. Sie geben nach. Oder Sie warten Monate, bis ein anderer kommt. Ein Markt, in dem Sie der einzige Verkäufer sind und ein einzelner Interessent die Stärkere Position hat.

Beim Direktankauf durch einen Händler bekommen Sie schnell Geld. Aber der Händler will weiterverkaufen — und kalkuliert seine Marge ein. Bei Klassikern liegt die zwischen 15 und 30 Prozent unter dem späteren Verkaufspreis. Schnell, aber teuer.

Die Auktion kehrt das Verhältnis um. Mehrere Käufer bieten gleichzeitig auf das gleiche Fahrzeug. Jeder, der mitbietet, will das Auto. Jeder, der überboten wird, hat einen Anreiz nachzulegen. Diese Dynamik ist kein Trick — sie ist der Grund, warum die spektakulären Preise im Oldtimer-Markt fast immer auf Auktionen entstehen, nicht in privaten Verkäufen.

Vorausgesetzt, drei Bedingungen sind erfüllt: Das Fahrzeug ist gut dokumentiert. Es erreicht eine ausreichend große, qualifizierte Käuferschaft. Und es hat eine Qualität, die mehrere Sammler gleichzeitig anziehen kann. Bei einem unrestaurierten Massenmodell mit Restzweifeln an der Historie kann auch eine Auktion floppen — bei einem ordentlich dokumentierten Sportwagen oder einer Rarität ist die Auktion fast immer der überlegene Weg.

Online-Auktion oder Saal-Auktion: Wo Sie welche Käufer treffen

Oldtimer Auktion - Auktionshausvon Brühl
Foto von Zhen Yao

Die deutsche und europäische Auktionslandschaft hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. Bis Mitte der 2010er waren Oldtimer-Auktionen Veranstaltungen mit Saal, Hammer und Champagner. Heute laufen die meisten Geschäfte online.

Online-Auktionen wie Classic Trader, My Next Classic, Catawiki oder Get Your Classic haben Laufzeiten von zehn bis vierzehn Tagen. In dieser Zeit können Bieter weltweit Fragen stellen, Gutachten anfordern, Probefahrten vereinbaren und ihre Gebote schrittweise erhöhen. Die Plattformen erreichen über digitale Kanäle Hunderttausende Newsletter-Abonnenten und Millionen Besucher. Käufer zahlen Aufgelder zwischen 3,5 und 10 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer; Verkäufer-Gebühren variieren stark.

Saal-Auktionen der internationalen Häuser — RM Sotheby’s, Bonhams, Artcurial, Mecum Auctions, das Wiener Dorotheum — finden weiterhin in Monaco, Paris, Scottsdale, Pebble Beach oder Maranello statt. Hier werden die Spitzenobjekte verkauft, die Schlagzeilen machen. Der Mercedes-Benz W196R Stromlinienwagen erzielte 2025 bei einer solchen Veranstaltung 51 Millionen US-Dollar.

Die Wahrheit liegt für die meisten deutschen Verkäufer dazwischen. Spezialisierte Auktionshäuser bieten heute beides — Vorbesichtigung im Saal und Online-Bietphase im Vorfeld. Diese Hybridform vereint die Reichweite des Internets mit der Sicherheit eines fachkundigen Auktionshauses, das das Fahrzeug physisch geprüft hat.

Wie eine Oldtimer-Auktion tatsächlich abläuft

Sechs Phasen, die jede seriöse Auktionsplattform durchläuft.

Phase eins: Bewerbung und Bewertung. Sie melden Ihr Fahrzeug beim Auktionshaus an, schicken Fotos, Dokumente und eine Beschreibung. Das Auktionshaus prüft, ob das Fahrzeug ins Programm passt. Premium-Plattformen verlangen ein aktuelles Gutachten oder einen Zustandsbericht.

Phase zwei: Estimate. Das Auktionshaus legt einen Schätzwert fest — meist als Spanne, etwa 35.000 bis 45.000 Euro. Dieser Wert orientiert sich an Auktionsergebnissen vergleichbarer Fahrzeuge der letzten Monate. Er ist öffentlich sichtbar und steuert die Erwartungen der Bieter.

Phase drei: Reserve Price. Sie als Verkäufer legen einen geheimen Mindestpreis fest, unter dem das Fahrzeug nicht abgegeben werden muss. Bieter sehen während der Auktion nur, ob der Reserve Price erreicht ist oder noch nicht — die genaue Zahl bleibt verborgen. Diese Asymmetrie schützt Sie vor Verkäufen unter Wert, ohne die Bieter abzuschrecken.

Phase vier: Preview. Wenige Tage vor offiziellem Auktionsstart wird das Inserat öffentlich, aber noch nicht für Gebote. Interessenten können Fragen stellen, Probefahrten vereinbaren, Gutachten anfordern. Diese Phase ist entscheidend — Bieter, die jetzt überzeugt werden, treiben später den Preis.

Phase fünf: Bietphase. Bei Online-Auktionen läuft die Phase typischerweise zwölf Tage. Eine Schutzregel: Wird in den letzten Minuten geboten, verlängert sich die Laufzeit um zwei Minuten. So kann niemand durch Snipen in der allerletzten Sekunde gewinnen — jedes Gebot bekommt eine faire Antwort.

Phase sechs: Zuschlag und Abwicklung. Der Höchstbietende erhält den Zuschlag. Identitätsverifikation und Zahlung folgen innerhalb weniger Tage. Das Auktionshaus übernimmt die Vermittlung der Logistik — Transport, Zollabwicklung bei Auslandsverkäufen, Übergabe.

Was Ihr Oldtimer wirklich wert ist

Oldtimer Auktionen - Lenkrad - Auktionshausvon Brühl
Foto von Laura Gariglio

Der Wert eines Klassikers entsteht aus fünf Faktoren, von denen vier mit dem Fahrzeug selbst zu tun haben — und einer mit Ihren Unterlagen.

Originalzustand. Je näher das Fahrzeug am Auslieferungszustand bleibt, desto höher der Wert. Eine Kombination aus matching numbers (Motor und Karosserie passen zur Erstauslieferung), originaler Lackierung und unverbastelter Innenausstattung ist die Basis für Spitzenpreise. Restaurierungen senken den Wert nicht — schlechte Restaurierungen schon.

Historie. Lückenlose Servicehistorie, dokumentierte Voreigentümer, möglichst wenige Halterwechsel. Ein Fahrzeug mit drei Vorbesitzern und vollständigem Scheckheft schlägt ein identisches Fahrzeug mit acht Vorbesitzern und Lücken im Service.

Seltenheit. Wie viele Exemplare wurden gebaut? Wie viele existieren heute noch? Wie viele in diesem Zustand? Ein Porsche 911 Speedster aus 1989 ist 161-fach existent — das treibt den Sammlerpreis weit über den eines Standard-911 derselben Baujahre.

Trend und Farbe. Aktuell zahlen Sammler für Sonderlackierungen und Werks-PTS-Farben (Paint to Sample) erhebliche Aufschläge. Sternrubin, Speedgelb, Riviera Blau bei Porsche-Modellen oder britisches Racing Green an Jaguar-Modellen ziehen 2026 stärker als Standardfarben.

Dokumente. Fahrzeugbrief, Zulassungsbescheinigung Teil 2, originale Bordmappen, Servicebücher, Restaurations-Rechnungen. Eine FIVA Identity Card ist der internationale Fahrzeugpass des Oldtimer-Weltverbands, in Deutschland ausgestellt durch das ADAC-Klassik-Ressort. Sie dokumentiert Identität, Authentizität und Geschichte des Fahrzeugs und ist zehn Jahre gültig — verliert ihre Gültigkeit allerdings bei einem Eigentümerwechsel und muss vom neuen Besitzer bei Bedarf neu beantragt werden.

Die professionelle Bewertung erfolgt nach einem Notensystem von 1 bis 5:
Note 1 bedeutet einwandfrei in Technik und Optik, ohne sichtbare Gebrauchsspuren — eine Rarität.
Note 2 ist guter Originalzustand mit minimalen Spuren.
Note 3 zeigt sichtbare Gebrauchsspuren bei voller Fahrtauglichkeit — das Gros des Marktes.
Note 4 ist restaurierungsbedürftig.
Note 5 Restaurierungsobjekt für Liebhaber.

Den marktbreiten Preis-Index liefert seit 1999 classic-analytics aus Bochum mit dem Deutschen Oldtimer-Index (DOX). Er bildet die Wertentwicklung von 88 für den deutschen Markt repräsentativen Modellen ab und gilt als wichtigste Orientierung. Für eine konkrete Schätzung bleibt das Wertgutachten durch einen anerkannten Sachverständigen — Kosten meist zwischen 200 und 600 Euro je nach Aufwand — der verlässlichste Anhaltspunkt vor einer Auktion.

Aktuelle Marktlage 2026: Wer im Aufwind ist und wer fällt

Der Oldtimer-Markt 2026 ist nicht der Markt von 2018. Die These vom automatischen Wertanstieg gilt seit Jahren nicht mehr. Stattdessen differenziert sich das Geschehen drastisch — und in Deutschland verläuft es teilweise anders als auf den großen internationalen Auktionsbühnen.

Im Spitzensegment dominieren Ferrari und Mercedes-Benz: Sieben der zehn teuersten Auktionsergebnisse des Jahres 2025 entfielen laut Italpassion auf Ferrari, angeführt von einem Ferrari 250 LM von 1965, der bei RM Sotheby’s in Paris 36,4 Millionen US-Dollar erzielte. Die absolute Spitze des Jahres bildete jedoch der Mercedes-Benz W196R Stromlinienwagen mit Streamliner-Karosserie, gefahren von Juan Manuel Fangio — er wechselte für 53,0 Millionen US-Dollar den Besitzer. Hier zahlen Sammler Preise, die sich am Sammlerwert und nicht am Sachwert orientieren.

Im breiten Markt wachsen Youngtimer der 1990er Jahre am stärksten. Der BMW E36 in seltenen Varianten wie dem Baur-Topcabrio legte seit 2020 um rund 245 Prozent zu. Der Renault Twingo der ersten Generation um 225 Prozent. Der Grund: Die Generation der 35- bis 50-Jährigen kauft die Autos ihrer Jugend. Nostalgie trifft Kaufkraft.

Im mittleren Segment überraschen Volumenmodelle. Im Deutschen Oldtimer-Index (DOX) — den der VDA mit classic-analytics jährlich anhand von 88 repräsentativen Modellen ermittelt — führte zuletzt der VW Variant 412 L „Nasenbär“ mit 76 Prozent Wertzuwachs, gefolgt vom Mercedes-Benz W123 mit 44 Prozent. Auf Platz sieben folgt der Mazda MX-5 NA mit 19 Prozent, auf Platz zehn der Mercedes-Benz SL R107 mit 13 Prozent. Klassiker, die vor zehn Jahren niemand auf der Rechnung hatte.

Im Premiumsegment dagegen Stagnation oder leichte Verluste: Der BMW CS verlor 14 Prozent, der Mercedes-Benz 190 SL 13 Prozent, der Jaguar E-Type 7 Prozent. Auch Aston Martin und Ferrari im breiten Mittelsegment zeigten 2024/2025 nur magere Zuwächse von unter 2 Prozent. Die Phase, in der jeder Premium-Klassiker automatisch teurer wurde, ist vorbei.

Online-Auktionen wachsen schneller als Saal-Auktionen. Die Pandemie hat den Trend beschleunigt — heute laufen schätzungsweise zwei Drittel aller Oldtimer-Versteigerungen unter 100.000 Euro online. Die Schwelle zur klassischen Saal-Auktion liegt bei den meisten Häusern inzwischen über 50.000 Euro Schätzwert.

Sind Oldtimer 2026 noch eine Wertanlage?

Oldtimer Auktionen - Wertanlage - Auktionshausvon Brühl
Foto von Quentin Martinez

Die Antwort hängt davon ab, was Sie unter Wertanlage verstehen.

Wer Aktien-Renditen erwartet, wird enttäuscht: Der Deutsche Oldtimer-Index DOX, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) jährlich mit classic-analytics auf Basis von 88 repräsentativen Modellen ermittelt, legte 2023 um 1,0 Prozent und 2024 um 1,85 Prozent zu — zum Stichtag 1. Januar 2025 stand der Index bei 2.985 Punkten. DAX und MSCI World übertrafen den breiten Oldtimer-Markt 2024/2025 um ein Vielfaches. Über fünf Jahre hat sich der Vorsprung der Aktien fast verdoppelt.

Drei Faktoren sprechen dennoch für die Anlage in Klassiker:
Erstens sind Gewinne aus dem Verkauf eines Oldtimers nach einem Jahr Haltedauer nach § 23 EStG vollständig steuerfrei — bei Aktien fällt Abgeltungsteuer von 26 Prozent an.
Zweitens ist ein Oldtimer ein Sachwert, der unabhängig von Finanzmärkten existiert; man besitzt ihn real, nicht als Zahl im Depot.
Drittens lässt er sich fahren, ausstellen, genießen — der emotionale Mehrwert ist Teil der Rendite.

Drei Faktoren sprechen dagegen. Laufende Kosten zwischen 3 und 5 Prozent des Fahrzeugwerts pro Jahr für Garage, Versicherung und Wartung fressen die Rendite oft auf. Liquidität ist begrenzt — der Verkauf kann Wochen bis Monate dauern. Marktauswahl entscheidet alles: Falsch gewählte Modelle können auch in zehn Jahren stagnieren.

Was wertstabil bleibt, lässt sich an konkreten Modellen ablesen. Der Mercedes-Benz W123 legte über die letzten Jahre 44 Prozent zu, der Mercedes-Benz SL R107 13 Prozent, der BMW 7er E23 22 Prozent, der Mazda MX-5 der ersten Generation 19 Prozent, der Porsche 924 mit Klappscheinwerfern 15 Prozent. Modelle, die Käufer auch fahren wollen — nicht reine Spekulationsobjekte. Auf der anderen Seite stehen Verlierer wie die BMW CS-Baureihe (-14 Prozent), der Mercedes-Benz 190 SL (-13 Prozent) und der Jaguar E-Type (-7 Prozent), bei denen die Premium-Phase der 2010er Jahre vorbei ist.

Die pragmatische Sicht: Ein Oldtimer ist kein Ersatz für ein Aktienportfolio, sondern ein Sachwert mit Lebensgenuss. Wer ohnehin Freude am Fahren hat, kann von der Steuerfreiheit nach einem Jahr profitieren. Wer reine Rendite sucht, ist mit MSCI World besser bedient.

Worauf es beim Oldtimer-Kauf ankommt

Wer einen Oldtimer kauft — sei es als Sammlerstück, als Wochenend-Auto oder als langfristige Anlage — entscheidet sich mit derselben Logik, nach der auch ein guter Verkäufer denkt. Vier Punkte sind es, die den Unterschied zwischen Schnäppchen und Groschengrab ausmachen.

Erstens: Originalität vor Glanz. Ein Fahrzeug nahe am Auslieferungszustand schlägt ein hochglänzend restauriertes mit unklarer Substanz. Matching Numbers — wenn Motor, Getriebe und Karosserie noch die originalen Seriennummern tragen — sind ein Preistreiber, der bei Auktionen offen ausgewiesen wird. Der BMW 2002 Turbo, der bei Classicbid 2026 in Stuttgart aufgerufen wurde, hatte genau diesen Vermerk: „Matching Numbers, knapp 33.000 Kilometer, Erstzulassung 1974“. Solche Angaben sind nicht Marketing, sondern Wertfaktor.

Zweitens: Historie schlägt Optik. Lückenlose Servicehistorie, dokumentierte Vorbesitzer, idealerweise wenige Halterwechsel. Ein 911 SWB von 1966, dessen Erstbesitzer ein NASA-Ingenieur war und der dreißig Jahre im trockenen Klima Arizonas gefahren wurde, hat eine Geschichte, die sich im Preis niederschlägt. Drei Vorbesitzer mit Scheckheft schlagen acht ohne Belege.

Drittens: Re-Importe genau prüfen. Ein Klassiker, der ursprünglich für den US-Markt gebaut wurde und später nach Deutschland kam, ist nicht dasselbe wie eine Erstauslieferung in Europa. Klimaanlage, Stoßstangen, Beleuchtung, Tachoeinheit — all das kann abweichen. Der Preis entsprechend.

Viertens: Reparaturkosten realistisch kalkulieren. Bei einem 50.000-Euro-Klassiker liegen die jährlichen Unterhaltskosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Eine Top-Restaurierung kostet richtig Geld — gefälschte Tachostände und schlecht gewartete Fahrzeuge sind oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Die ehrliche Faustregel: Wer nach dem Kauf eines 70er-Jahre-Porsche kein Kapital mehr für Fachwerkstatt und Originalteile übrig hat, sollte sich vom Investment-Gedanken verabschieden — egal wie attraktiv der Einstiegspreis war. Wer keine Erfahrung hat, sollte einen Experten zur Vorab-Begutachtung einkalkulieren. Das Geld ist gut investiert.

Bei Auktionen kommt ein fünfter Punkt dazu: Käufergebühren immer einkalkulieren. Aufgelder zwischen 3,5 und 10 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer sind branchenüblich. Bei einem Zuschlag von 30.000 Euro ergeben 8,5 Prozent Aufgeld plus MwSt rund 3.034 Euro zusätzliche Kosten. Wer das nicht einkalkuliert, übersteigt sein Budget.

Vorbereitung auf die Auktion: Dokumente, Fotos, Präsentation

Die Auktion wird in den Wochen davor gewonnen, nicht in den Stunden danach.

Dokumente vollständig sammeln. Bei aktivem TÜV brauchen Sie Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 und Bescheinigung der letzten Hauptuntersuchung. Bei stillgelegten Fahrzeugen reicht der Fahrzeugbrief — heute mit der Zulassungsbescheinigung Teil 2 gleichgestellt. Fehlt der Brief vollständig, läuft das Aufgebotsverfahren über die Zulassungsstelle: Frist mindestens zwei Wochen, Bearbeitung oft mehrere Wochen, eidesstattliche Erklärung der Verfügungsberechtigung erforderlich. Wer geerbt hat oder ein Geschenkfahrzeug verkauft, sollte diesen Schritt früh angehen.

Fotos professionell anfertigen. Premium-Auktionen verlangen mindestens 50 hochauflösende Bilder. Sie zeigen jedes Detail — auch wertmindernde. Versteckter Rost, der bei der Übergabe entdeckt wird, kostet mehr als offen kommunizierte Mängel im Inserat. Außenaufnahmen aus allen Winkeln, Innenraum, Motorraum, Unterboden, Detailaufnahmen von Scheiben, Chrom, Zustandsdetails.

Beschreibung ehrlich verfassen. Sammler erkennen Schönrechnerei in zwei Sätzen. Eine sachlich-präzise Beschreibung mit klarer Benennung von Stärken und Schwächen schafft Vertrauen, das sich in höheren Geboten auszahlt. Halbert würde es so sagen: Der Käufer kauft nicht nur das Fahrzeug — er kauft das Vertrauen in den Verkäufer.

Vor-Inspektion einplanen. Eine Kurzwartung vor Auktionsbeginn — Flüssigkeitsstände, Bremsen, Beleuchtung — vermeidet Reklamationen nach dem Zuschlag. Bei höherwertigen Fahrzeugen lohnt der Gang zur Markenwerkstatt mit Servicestempel.

Häufige Fragen zu Oldtimer-Auktionen

Welches ist das beste Auktionshaus für Oldtimer?
Das hängt vom Fahrzeug ab. Für Spitzenobjekte ab sechsstelligen Schätzwerten dominieren RM Sotheby’s, Bonhams und Artcurial den internationalen Markt. Im fünfstelligen und mittleren sechsstelligen Bereich sind Online-Plattformen wie Classic Trader und My Next Classic erste Wahl. Für regional verankerten Verkauf mit persönlicher Betreuung sind spezialisierte Auktionshäuser wie das Auktionshaus von Brühl in Stuttgart oder die Oldtimer Galerie Toffen in der Schweiz starke Alternativen.

Sind Oldtimer noch eine Wertanlage?
Als reines Renditeobjekt nicht mehr. Der breite Markt steigt 2024 und 2025 nur um 1,2 bis 1,9 Prozent — Aktienindizes liefern das Mehrfache. Als Sachwert mit steuerfreiem Gewinn nach einem Jahr Haltedauer und Lebensgenuss bleibt der Oldtimer für Liebhaber attraktiv. Die Auswahl entscheidet: Youngtimer der 1990er und Sondermodelle wachsen, Standard-Premiummodelle stagnieren.

Wie lange dürfen Oldtimer noch fahren?
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen rechtlich uneingeschränkt am Straßenverkehr teilnehmen und in alle deutschen Umweltzonen ohne Plakette einfahren — die Zulassung dient laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung jedoch der „Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“ und ist nicht für den Alltagsgebrauch gedacht. Praktisch entscheidend: Die meisten Oldtimer-Versicherer setzen Kilometergrenzen zwischen 6.000 und 10.000 Kilometern pro Jahr und verlangen den Nachweis eines Alltagsfahrzeugs. Politische Diskussionen über Verbote von Verbrennern betreffen Neuzulassungen ab 2035 — bestehende Klassiker mit H-Kennzeichen bleiben nach aktuellem Stand der EU-Verordnung ausgenommen.

Welcher Oldtimer ist der wertstabilste?
Statistisch betrachtet führen seit Jahren Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, Porsche 911 in luftgekühlten Varianten (964, 993) und ausgewählte Ferrari-Modelle die Liste. Im breiten Markt sind Mercedes-Benz W123 und gepflegte VW Käfer der 1960er und frühen 1970er besonders wertstabil. Die größten Wertzuwächse 2024/2025 verzeichneten dagegen unerwartete Modelle: VW Variant 412 L (+76 Prozent), Renault Twingo (+225 Prozent über fünf Jahre) und Mercedes-Benz W123 (+44 Prozent).

Stuttgart und Region: Wenn Sie persönliche Beratung brauchen

Oldtimer Stuttgart - Auktionshausvon Brühl
Foto von Hamza Şamil Yavuz

Online-Plattformen erreichen viele Käufer, aber sie ersetzen keine fachkundige Bewertung vor Ort. Wer in Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn oder dem weiteren Baden-Württemberg einen Oldtimer aus einem Nachlass übernimmt oder einen lange gefahrenen Klassiker abgeben möchte, hat oft mehr Fragen als nur den Preis. Welche Vertriebsform passt zum Fahrzeug? Was bringt das Wertgutachten? Welche Dokumente fehlen, und wie ergänzt man sie?

Das Auktionshaus von Brühl in der Seyfferstraße 103 in Stuttgart arbeitet seit Jahren mit einem internationalen Sammlernetzwerk zusammen — gewachsen über zwei Generationen — und vermittelt Oldtimer aus Stuttgart und der Region direkt an die Sammler dieser Welt. Je nach Fahrzeug und Zielsetzung eröffnen sich verschiedene Wege: die Versteigerung über das eigene Auktionsformat, die Weitervermittlung im internationalen Expertennetzwerk, der Direktankauf bei zeitkritischen Fällen.

Bei Erbschaftsfällen — die häufigste Situation, in der Oldtimer-Auktionen in Deutschland zum Thema werden — kommt oft mehr als nur das Fahrzeug zur Sprache. Garagen voller Werkzeug, Restaurations-Teile, Werkstattliteratur, ganze Sammlungen. Für die Auflösung des kompletten Nachlasses arbeitet das Auktionshaus mit der Schwesterfirma „Der Schmidt nimmt’s mit“ zusammen, die Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen in Stuttgart und Umgebung übernimmt. So lässt sich der Oldtimer-Verkauf nicht isoliert, sondern als Teil eines geordneten Gesamtprozesses gestalten.

Der einfachste erste Schritt: ein paar gute Fotos des Fahrzeugs per WhatsApp an +49 711 953 387 04 oder per E-Mail an info@vonbruehl.com. Aus den Bildern und ein paar Eckdaten — Erstzulassung, Halterzahl, vorhandene Dokumente, aktueller Standort — lässt sich eine erste Einschätzung geben, bevor irgendjemand etwas unterschreibt.

Die Mühen, die mit einem Oldtimer zusammenhängen — die Erinnerungen, die Restaurierungen, die Werkstattbesuche, die Sonntagsausfahrten — verdienen am Ende einen Verkauf, der dem Fahrzeug gerecht wird. Eine Auktion ist dafür oft der richtige Weg. Und manchmal eben nicht. Welcher Weg in Ihrem Fall der richtige ist, lässt sich in einem ersten Gespräch klären.

ZurückVorherigPelze: Der vollständige Ratgeber — Arten, Wert, Kauf und Verkauf
Der nächsteStillleben: Was sie zeigen, was sie bedeuten und was sie heute wert sindNächster

01

Navigation
  • Startseite
  • Kaufen
  • Verkaufen
  • Blog
  • Kontakt & Anfahrt
  • Startseite
  • Kaufen
  • Verkaufen
  • Blog
  • Kontakt & Anfahrt

02

Nützliche Links
  • Impressum
  • Newsletter-Anmeldung
  • Cookie-Richtlinie (EU)
  • Datenschutzerklärung (EU)
  • Haftungsausschluss
  • FAQ’s
  • Entrümpelungen & Haushaltsauflösungen in Stuttgart
  • Impressum
  • Newsletter-Anmeldung
  • Cookie-Richtlinie (EU)
  • Datenschutzerklärung (EU)
  • Haftungsausschluss
  • FAQ’s
  • Entrümpelungen & Haushaltsauflösungen in Stuttgart

03

von Brühl

Auktionshaus von Brühl
Seyfferstraße 103
70193 Stuttgart
0711 / 953 387 04
info@vonbruehl.com

04

Ankäufe & Auktionen

  • Gold verkaufen
  • Schmuck verkaufen
  • Münzen verkaufen
  • Gemälde verkaufen
  • Porzellan verkaufen
  • Modelleisenbahn verkaufen
  • Gold verkaufen
  • Schmuck verkaufen
  • Münzen verkaufen
  • Gemälde verkaufen
  • Porzellan verkaufen
  • Modelleisenbahn verkaufen

© Auktionshaus Von Brühl 2026. Website von whzwei.de.
Besuchen Sie auch Der Schmidt nimmt’s mit für Haushaltsauflösungen.

Von Bruehl
Cookie-Zustimmung verwalten
We use technologies like cookies to store and/or access device information. We do this to improve browsing experience and to show (non-) personalized ads. Consenting to these technologies will allow us to process data such as browsing behavior or unique IDs on this site. Not consenting or withdrawing consent, may adversely affect certain features and functions.
Funktional Always active
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
The technical storage or access that is used exclusively for statistical purposes. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
Manage options Manage services Manage {vendor_count} vendors Read more about these purposes
Einstellungen ansehen
{title} {title} {title}