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So holen Sie den echten Wert aus Ihrer Sammlung
Wer eine Münzsammlung verkauft, riskiert vor allem eines: zu wenig dafür zu bekommen. Meist nicht, weil die Gegenseite unfair handelt – sondern weil die Reihenfolge falsch ist. Viele suchen zuerst einen Käufer und fragen erst danach, was die Sammlung wert ist. Damit liegt der Wissensvorsprung beim Käufer, und der entscheidet über den Preis.
Dieser Ratgeber dreht die Reihenfolge um. Sie erfahren, wie Sie den Wert Ihrer Münzen einschätzen, bevor Sie verkaufen, wie Sie die Verkaufswege vergleichen und wann sich der Weg über ein Auktionshaus auszahlt – damit Sie nicht aus Unwissenheit verhandeln.
Der teuerste Fehler: verkaufen, bevor man den Wert kennt
Eine Münze hat nie nur einen Wert. Sie hat drei, und wer sie verwechselt, verliert Geld.
Der Nennwert ist der aufgeprägte Betrag – „10 Euro“, „5 DM“. Für den Verkauf ist er fast immer irrelevant. Der Materialwert ist der reine Edelmetallwert: Was steckt an Gold oder Silber drin, gemessen am Tageskurs? Der Sammlerwert ist der Preis, den ein Sammler tatsächlich zahlt – für Seltenheit, Erhaltung und Geschichte.
Diese drei Werte können weit auseinanderliegen. Ein Beispiel: Eine gängige 10-DM-Gedenkmünze besteht aus Silber. Beim Edelmetallankauf zählt allein dieses Silber. Findet sich für denselben Münztyp in seltenem Jahrgang und Spitzenerhaltung jedoch ein Sammler, zahlt er für die numismatische Qualität – also für etwas, das die Scheideanstalt einschmelzen würde. Verkaufen Sie eine sammlerwürdige Münze zum Materialwert, kassiert die Differenz ein anderer. Deshalb steht die Bewertung vor dem Verkauf.
Was den Wert einer Münze bestimmt
Eine Münzsammlung zu bewerten klingt nach Spezialwissen, läuft aber auf fünf Faktoren hinaus.
| Faktor | Worauf es ankommt | Wirkung auf den Preis |
|---|---|---|
| Seltenheit | Auflage und vor allem, wie viele Stücke heute noch am Markt sind | Knappheit treibt den Preis – aber nur bei vorhandener Nachfrage |
| Erhaltungsgrad | Zustand des Stücks auf der numismatischen Skala | Der größte Hebel: zwischen den Graden liegen oft mehrere Preisklassen |
| Material | Gold- oder Silbergehalt nach Tageskurs | Setzt eine Wertorientierung nach unten, schwankt mit dem Kurs |
| Nachfrage | Wie begehrt das Sammelgebiet aktuell ist | Wert entsteht im Kopf des Käufers, nicht im Katalog |
| Herkunft | Land, Epoche, bei Spitzenstücken die dokumentierte Vorbesitzer-Kette | Eine belegte Herkunft schafft Vertrauen und damit Aufschlag |
Zum Material noch ein Punkt, der oft falsch verstanden wird: Der Materialwert ist eine Orientierung für den inneren Wert, keine garantierte Untergrenze. Beim Ankauf zahlen Händler in der Regel etwas unter dem Tageskurs (Spot), weil sie eine Marge brauchen. Den vollen Materialwert bekommen Sie also selten exakt ausgezahlt.
Erhaltungsgrade richtig einordnen
Die deutsche Numismatik trennt zwei Dinge, die oft durcheinandergeraten. Die Prägequalität beschreibt, wie eine Münze hergestellt wurde – „Polierte Platte“ (PP) ist die aufwändigste Spiegelglanz-Sonderprägung, mit mattem Motiv vor spiegelndem Grund. Der Erhaltungsgrad beschreibt, wie gut ein Stück die Zeit überstanden hat: von „Stempelglanz“ (st, prägefrisch, nie im Umlauf) über „vorzüglich“ und „sehr schön“ bis „schön“ für stark abgenutzte Münzen. „Bankfrisch“ ist dafür nur ein umgangssprachlicher Ausdruck, kein offizieller Grad.
Bitte nicht putzen
Es ist der Reflex fast aller Erben – und fast immer ein Fehler: die geerbten Münzen erst einmal blank polieren. Tun Sie es nicht. Die über Jahrzehnte gewachsene Patina gilt als Echtheits- und Qualitätsmerkmal, nicht als Schmutz. Polieren hinterlässt sogenannte Putzriefen – feine, gerichtete Kratzer, die unter schräg einfallendem Licht als matte Schlieren sichtbar werden. Sie mindern den Wert dauerhaft. Warum Sie Münzen niemals selbst reinigen sollten, erklären wir im Detail – die Kurzfassung: Lassen Sie die Stücke im Fundzustand und fassen Sie nur den Rand an.
Münzwert ermitteln: selbst recherchieren oder schätzen lassen?
Bevor Sie verkaufen, brauchen Sie eine Vorstellung vom Wert. Dafür gibt es zwei Wege, und der kluge Verkäufer geht beide. Die Grundlagen der Wertermittlung vertiefen wir im Hub Münzwert ermitteln; hier die für den Verkauf entscheidenden Schritte.
Schritt eins ist die Identifikation. Bestimmen Sie zu jeder wichtigen Münze Land, Prägejahr, Nennwert, Motiv und – wenn erkennbar – das Material. Diese Angaben sind die Grundlage für alles Weitere.
Schritt zwei ist die Orientierung am Markt. Hier lauert der häufigste Anfängerfehler: sich an Angebotspreisen zu orientieren. Was jemand fordert, sagt wenig. Was gezahlt wurde, sagt alles. Filtern Sie auf Verkaufsplattformen deshalb auf „verkaufte“ oder „beendete“ Angebote und ziehen Sie veröffentlichte Auktionsergebnislisten heran.
Vergleichspreise richtig zu lesen erfordert zwei Kontrollen. Erstens muss der Erhaltungsgrad übereinstimmen – dieselbe Münze in „sehr schön“ und in „Stempelglanz“ sind zwei Preisklassen. Zweitens ist bei Auktionsergebnissen der Zuschlagspreis nicht der Endpreis: Der Käufer zahlt ein Aufgeld obendrauf, der Einlieferer erhält den Zuschlag abzüglich Provision.
Münzsammlung schätzen lassen: So läuft es ab
Für die Entscheidung, ob und wie Sie verkaufen, genügt fast immer eine mündliche Einschätzung durch einen Fachmann. Wenn Sie Ihre Münzsammlung schätzen lassen, läuft das in drei Schritten ab: Sie liefern die Eckdaten und Fotos (oder die Sammlung vor Ort), ein Fachmann sichtet die Stücke und beurteilt die Erhaltungsgrade, und Sie erhalten eine Einschätzung des erzielbaren Erlöses samt Empfehlung zum passenden Verkaufsweg.
Ein kostenpflichtiges schriftliches Gutachten brauchen Sie nur dann, wenn Sie einen dokumentierten Wert benötigen – für die Versicherung, eine Erbauseinandersetzung oder bei begründetem Verdacht auf ein Spitzenstück. Auktionshäuser sichten eine Sammlung mit Verkaufspotenzial in der Regel kostenfrei. Eine pauschale Gratis-Bewertung jeder beliebigen Sammlung ist das nicht – sie hängt davon ab, ob eine Einlieferung realistisch ist. Fragen Sie deshalb vorab, wie die Sichtung gehandhabt wird.
Erste Einschätzung gefällig? Senden Sie uns Fotos von Vorder- und Rückseite Ihrer wichtigsten Stücke – mit Land, Jahr und Nennwert. Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung, ob und über welchen Weg sich ein Verkauf lohnt.
Wo Münzsammlung verkaufen? Die Verkaufswege im Vergleich
Sobald Sie wissen, was in Ihrer Sammlung steckt, stellt sich die nächste Frage: über welchen Weg verkaufen? „Wo verkaufe ich am besten?“ hat keine pauschale Antwort – der beste Weg hängt vom Inhalt ab.
| Verkaufsweg | Stärke | Schwäche | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Auktionshaus | Bieterwettbewerb treibt den Preis | Provision, kein garantierter Höchstpreis | Seltene, gut erhaltene, historische Stücke |
| Münzhändler / Ankauf | Sofort Geld, planbar | Ankaufspreis mit Wiederverkaufsmarge | Mittlere Stücke, schneller Abschluss |
| Scheideanstalt | Fairer Materialwert, transparent | Sammlerwert wird eingeschmolzen | Reine Anlage- und Edelmetallmünzen |
| Bank / Sparkasse | – | Kauft meist nicht an, keine Bewertung | Kaum geeignet |
| eBay / Kleinanzeigen | Keine Vermittlungsmarge | Aufwand, Versand- und Betrugsrisiko | Einzelne, sicher bestimmte Stücke |
| Versandhandel | Bequem, ortsunabhängig | Auf Wiederverkauf kalkulierter Ankaufspreis | Bequemer Verkauf nach Angebotsvergleich |
Die folgenden Abschnitte erklären jeden Weg nach demselben Muster: Nutzen, Risiko, typischer Einsatzfall.
Das Auktionshaus
Bei einer Auktion bieten mehrere Interessenten gegeneinander. Trifft ein gesuchtes Stück auf zwei Sammler, die es beide wollen, entsteht ein Preis, den kein Ankäufer freiwillig zahlt – das ist der Nutzen. Der Preis dafür: Ein Auktionshaus arbeitet nicht umsonst, es behält eine prozentuale Provision vom Erlös ein. Und eine Auktion garantiert keinen Höchstpreis – ein schwacher Auktionstag oder ein fehlender passender Bieter können das Ergebnis drücken; ein vereinbartes Limit schützt aber vor einem Verkauf unter Wert. Für Münzen mit echter numismatischer Substanz gleicht der höhere Zuschlag die Provision meist mehr als aus. Am besten für: vollständige Sammlungen mit seltenen, gut erhaltenen oder historischen Münzen.
Der Münzhändler / Münzankauf
Der Fachhändler kauft direkt an und zahlt sofort – schnell, planbar, ohne Wartezeit auf einen Auktionstermin. Das Risiko liegt im Preis: Es ist ein Ankaufspreis, kalkuliert auf den Wiederverkauf mit Gewinn, dieser Aufschlag geht von Ihrem Erlös ab. Worauf Sie beim Münzankauf achten sollten, lesen Sie auf der verlinkten Seite. Am besten für: mittlere Stücke und Verkäufer, die Tempo und Sicherheit über das letzte Prozent stellen.
Die Scheideanstalt / der Edelmetallankauf
Eine Scheideanstalt bewertet nur das Metall – fair und transparent für reine Anlagemünzen. Das Risiko: Bei Sammlermünzen zählt hier ausschließlich der Edelmetallwert, der numismatische Mehrwert wird buchstäblich eingeschmolzen. Eine sammlerwürdige Münze ist hier am falschen Ort. Am besten für: reine Anlage- und Edelmetallmünzen ohne Sammleraufschlag.
Bank und Sparkasse
Eine häufige Hoffnung, die meist enttäuscht wird: Die meisten Banken und Sparkassen kaufen heute keine Sammlermünzen mehr an und bewerten sie auch nicht. Vereinzelt werden Standard-Anlagemünzen gehandelt oder Kontakte vermittelt – als verlässlicher Bewertungs- oder Verkaufsweg taugt die Bankfiliale jedoch kaum. Am besten für: kaum geeignet, höchstens einzelne Standard-Anlagemünzen.
eBay, Kleinanzeigen & Co.
Der Direktverkauf an Privat kann bei einzelnen, gut bestimmbaren Stücken den höchsten Nettopreis bringen, weil keine Vermittlungsmarge anfällt. Das Risiko ist Aufwand und Verantwortung: Bestimmung, Fotos, Beschreibung, Versand und das Betrugsrisiko liegen bei Ihnen. Bei einer großen oder unbekannten Sammlung passiert hier das teure Unterbewerten. Am besten für: einzelne, sicher bestimmte Stücke bei Verkäufern mit Zeit und Marktkenntnis.
Der Versandhandel / Münzhandelshäuser
Große Münzhandelshäuser kaufen per Formular und Einsendung an – bequem und ortsunabhängig. Auch hier gilt: Es ist ein auf Wiederverkauf kalkulierter Ankaufspreis. Am besten für: bequemen Verkauf, sofern man die Ankaufsangebote vorher vergleicht.
Die Faustregel: Je mehr echte numismatische Substanz in Ihrer Sammlung steckt, desto eher führt die Auktion zum besten Ergebnis. Je näher eine Münze am reinen Materialwert liegt, desto eher genügen Händler oder Edelmetallankauf. Eine fachkundige Sichtung trennt beides – und diese Trennung ist bares Geld wert.
Sie wissen nicht, in welche Kategorie Ihre Sammlung fällt? Lassen Sie sie sichten, bevor Sie sich auf einen Weg festlegen. Wir sagen Ihnen, welche Stücke in die Auktion gehören und welche besser direkt verkauft werden.
Wie ein Auktionshaus Münzen verkauft – und warum der Preis höher liegt
Viele scheuen die Auktion, weil sie sie für kompliziert halten. Für den Einlieferer ist der Ablauf jedoch einfach – die Arbeit übernimmt das Haus.
Am Anfang steht die Sichtung und Bewertung: Das Haus bestimmt die Stücke, beurteilt Erhaltungsgrade und schätzt erzielbare Zuschlagspreise. Daraus wird ein Limit vereinbart – der Mindestpreis, unter dem nicht zugeschlagen wird. Dieses Limit ist Ihre Absicherung. Danach werden die Münzen katalogisiert und beworben. Hier liegt der Hebel: Ein guter Katalog erreicht die passende Sammlergemeinde und bringt internationale Bieter an den Tisch. Am Auktionstag bieten diese gegeneinander, beim Zuschlag entsteht der Marktpreis. Anschließend rechnet das Haus ab – Sie erhalten den Zuschlag abzüglich der vereinbarten Provision.
Der Wettbewerb unter Bietern ist der entscheidende Unterschied zum Direktverkauf, bei dem Sie mit einer einzigen Partei verhandeln, die ein Interesse am niedrigen Preis hat. Klassische Auktionskandidaten sind etwa Goldmünzen des Kaiserreichs, Taler und Münzen der altdeutschen Staaten, antike griechische oder römische Prägungen sowie seltene Stücke in Spitzenerhaltung.
Worauf Sie bei der Wahl des Käufers achten sollten
Der Markt für An- und Verkauf ist groß, und die Qualität der Anbieter schwankt. Statt Anbieter in Gut und Böse einzuteilen, achten Sie auf konkrete Anzeichen sauberer Arbeit:
- Nachvollziehbare Bewertung. Ein guter Partner erklärt, warum eine Münze welchen Wert hat – Erhaltung, Seltenheit, Material –, statt eine Pauschalsumme zu nennen.
- Offene Kostenstruktur. Provisionen, Gebühren und Abläufe werden vorab genannt, nicht im Kleingedruckten.
- Kein Zeitdruck. Wer Sie zu einer sofortigen Entscheidung drängt, arbeitet gegen Ihr Interesse. Eine gute Bewertung gilt auch morgen noch.
- Belegbare Ergebnisse. Vorhandene Auktionsresultate, ein fester Geschäftssitz, geprüfte Bewertungen.
- Sichtung vor Preisnennung. Wer eine Sammlung anschaut, bevor er einen Preis nennt, nimmt seine Arbeit ernst.
Die einfachste Schutzregel bleibt: nie unter Zeitdruck und nie ohne eigene Wertvorstellung verkaufen.
Ein Wort zu Fälschungen
Bei wertvollen historischen Münzen und Goldmünzen kursieren Fälschungen, und auch die Erhaltung lässt sich manipulieren – durch Nachgravur, künstliche Patina oder geschöntes Polieren. Für Laien ist das kaum zu erkennen. Auch deshalb gehören hochwertige Stücke vor dem Verkauf in fachkundige Hände.
Spezialfälle: Was Ihre konkreten Münzen wert sind
Vier Gruppen tauchen in fast jeder geerbten Sammlung auf – und werden besonders oft falsch eingeschätzt.
DM-Münzen (5 DM und 10 DM). Hier sind die Erwartungen meist zu hoch. Die silbernen 5-DM- und 10-DM-Gedenkmünzen wurden in großen Stückzahlen geprägt; bei den meisten dominiert der Silberwert, sie werden nahe am Silberpreis gehandelt. Ein Aufschlag entsteht nur bei wenigen seltenen Jahrgängen oder bei makellosen Stücken in Stempelglanz oder Polierter Platte, die nie im Umlauf waren.
Euro-Sammler- und Gedenkmünzen. Der Wert übersteigt den Nennwert vor allem bei Ausgaben mit niedriger Auflage oder hoher Prägequalität. Reguläre Umlaufmünzen sind fast immer nur ihren Nennwert wert.
2-Euro-Münzen. Die allermeisten 2-Euro-Gedenkmünzen sind exakt zwei Euro wert. Aufschläge gibt es nur bei einigen Kleinstaaten-Ausgaben sowie bei Fehlprägungen und Varianten. Gerade diese Sonderfälle sollten Sie ausschließlich anhand belastbarer, tatsächlich erzielter Vergleichsverkäufe bewerten – nicht anhand von Wunschpreisen aus Verkaufsforen.
Gold- und Silbermünzen, antike Münzen. Anlagemünzen haben mindestens ihren Edelmetallwert. Historische und antike Münzen können ein Vielfaches erzielen – und gehören vor dem Verkauf in fachkundige Hände, weil hier die größten Wertunterschiede und das größte Fälschungsrisiko zusammenkommen.
Eine geerbte Münzsammlung verkaufen
Der häufigste Grund für den Verkauf ist eine Erbschaft. Gehört die Sammlung mehreren Erben, hilft eine neutrale Wertermittlung bei der Aufteilung – am besten durch eine Stelle, die kein Interesse am Ergebnis hat. Wie genau ein Nachlass bewertet und aufgeteilt wird, ist rechtlich komplex und im Streitfall eine Frage für Notar oder Anwalt.
Oft taucht die Sammlung im Zuge einer Haushaltsauflösung auf – zwischen Möbeln, Schmuck und Hausrat. Trennen Sie die wertvollen Stücke früh vom Rest, bevor pauschal „alles weg“ entschieden wird. Genau in solchen Auflösungen verschwinden die teuersten Einzelstücke in der Kiste mit dem Allerweltskram. Für die Auflösung und den Transport des restlichen Hausrats arbeiten wir mit unserem Partnerbetrieb Der Schmidt nimmt’s mit zusammen – die Sammlung selbst bewerten wir vorher gesondert.
Münzsammlung verkaufen: Was ist mit Steuern?
Stand: Juni 2026
Die gute Nachricht zuerst: In den meisten privaten Fällen fällt beim Verkauf einer Münzsammlung keine Steuer an.
Maßgeblich ist § 23 Einkommensteuergesetz (EStG) zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Münz- und Briefmarkensammlungen zählen dort zu den „anderen Wirtschaftsgütern“ mit einer einjährigen Veräußerungsfrist. Heißt: Haben Sie die Münzen länger als ein Jahr besessen, ist ein Verkaufsgewinn steuerfrei – egal, wie hoch er ausfällt. Nur wer innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn verkauft, muss diesen versteuern.
Für Gewinne innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr (§ 23 Abs. 3 EStG, Stand seit 2024). Maßgeblich ist dabei der gesamte Gewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften eines Kalenderjahres: Überschreitet er die 1.000 Euro, ist er in voller Höhe steuerpflichtig – bleibt er darunter, fällt keine Steuer an.
Bei einer geerbten Sammlung übernehmen Sie steuerlich den Kaufzeitpunkt des Verstorbenen (§ 23 Abs. 1 Satz 3 EStG). Hatte er die Münzen länger als ein Jahr, gilt die Frist auch für Sie als erfüllt – Sie können steuerfrei verkaufen. Da geerbte Sammlungen meist seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind, ist das fast immer der Fall.
Anders kann es aussehen, wenn jemand systematisch an- und verkauft, häufig umschlägt oder gezielt handelt: Dann kann das Finanzamt von gewerblichem Handel ausgehen, für den andere Regeln gelten. Dieser Ratgeber bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt weder Steuer- noch Rechtsberatung – klären Sie hohe oder unklare Fälle mit einem Steuerberater.
Im Raum Stuttgart: Wir kommen zu Ihnen
Eine umfangreiche Münzsammlung muss nicht zu uns reisen – wir kommen zu ihr. Im Großraum Stuttgart besichtigen wir private Sammlungen auf Wunsch persönlich vor Ort und holen sie nach der Bewertung ab. Das nimmt Ihnen den Transport schwerer oder wertvoller Bestände ab: Die Stücke verlassen Ihr Haus erst, wenn alles besprochen und dokumentiert ist.
Gerade bei Nachlässen und bei Verkäufern, die nicht selbst zum Auktionshaus fahren möchten, ist das der bequemste Weg. Sie zeigen, wir sichten, bewerten und beraten – ohne Verpflichtung.
Bereit für den nächsten Schritt? Vereinbaren Sie eine kostenlose Vor-Ort-Besichtigung Ihrer Münzsammlung im Raum Stuttgart – mit fairer Bewertung und einer Empfehlung zum besten Verkaufsweg.
Häufige Fragen zum Verkauf einer Münzsammlung
Wo verkaufe ich am besten meine Münzsammlung?
Das hängt vom Inhalt ab. Für eine Sammlung mit seltenen, gut erhaltenen oder historischen Münzen erzielt eine Auktion meist den höchsten Preis, weil mehrere Bieter gegeneinander antreten. Für reine Edelmetallmünzen ohne Sammleraufschlag genügt der Edelmetallankauf. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst sichten und bewerten lassen, dann den passenden Weg wählen.
Wie finde ich heraus, was meine Münzen wert sind?
Bestimmen Sie zunächst Land, Jahr, Nennwert und Material jeder Münze. Für eine erste Orientierung helfen Auktionsergebnisse und ausschließlich verkaufte – nicht angebotene – Vergleichspreise, jeweils im selben Erhaltungsgrad. Für eine belastbare Bewertung lassen Sie die Sammlung fachlich sichten, denn der Erhaltungsgrad entscheidet über den größten Teil des Werts. Mehr dazu im Hub Münzwert ermitteln.
Was bekommt man für eine Münzsammlung?
Eine Pauschalzahl gibt es nicht – die Spanne reicht vom reinen Materialwert bis zum Vielfachen davon. Entscheidend sind Seltenheit, Erhaltungsgrad, Material und Nachfrage. Genau deshalb steht die Bewertung am Anfang: Sie verwandelt eine vage Hoffnung in eine verhandelbare Zahl.
Wo kann ich Münzen kostenlos schätzen lassen?
Auktionshäuser sichten eine Sammlung mit Verkaufspotenzial in der Regel kostenfrei und nennen Ihnen einen erzielbaren Erlös. Ein kostenpflichtiges schriftliches Gutachten brauchen Sie meist nur für Versicherung, Erbauseinandersetzung oder bei Verdacht auf eine Rarität. Wir bieten eine kostenlose Ersteinschätzung – per Foto oder vor Ort im Raum Stuttgart.
Soll ich meine Münzen vor dem Verkauf reinigen?
Nein. Die gewachsene Patina ist ein Echtheits- und Qualitätsmerkmal. Polieren hinterlässt Putzriefen – feine Kratzer – und mindert den Wert dauerhaft. Wie Sie Münzen richtig (nicht) reinigen, lesen Sie hier; belassen Sie die Münzen im Fundzustand und fassen Sie nur den Rand an.
Muss ich den Verkauf meiner Münzsammlung versteuern?
In den meisten privaten Fällen nicht. Nach § 23 EStG ist der Gewinn steuerfrei, wenn Sie die Münzen länger als ein Jahr besessen haben. Bei einer geerbten Sammlung zählt die Besitzdauer des Verstorbenen mit, weshalb solche Verkäufe fast immer steuerfrei sind. Bei gewerblichem Handel oder hohen Werten klären Sie den Einzelfall mit einem Steuerberater.
Kauft die Bank oder Sparkasse meine Münzsammlung an?
In aller Regel nicht. Die meisten Banken und Sparkassen bewerten und kaufen heute keine Sammlermünzen mehr an. Für eine fundierte Bewertung und einen guten Verkaufspreis sind ein Auktionshaus oder ein spezialisierter Münzhändler die richtige Adresse.
Sie möchten Ihre Münzsammlung verkaufen und vorher wissen, was wirklich drinsteckt? Wir bewerten Ihre Sammlung, empfehlen den passenden Verkaufsweg und besichtigen im Raum Stuttgart auch vor Ort.
