Die Residenz der Stadt München

Die Residenz der bayerischen Hauptstadt München ist im Laufe der Monarchie über vier Jahrhunderte erbaut und umgestaltet worden. Sie ist „lückenloses Zeugnis der Stilepochen von Albrecht IV. (reg. 1465-1508) bis Ludwig II. (1864-1886)“ und stellte als Sitz der zentralen Staatsverwaltung den Mittelpunkt der Stadt und des ganzen Landes in sowohl politischer, geistiger, wie auch kultureller Hinsicht dar. Die selbstständigen Museen, welche den Ruf Münchens als Kunststadt begründen sollten, namentlich die Pinakotheken, Glyptothek und die Antikensammlung, die Staatsbibliothek, Schatzkammer sowie das Bayerische National- und Völkerkundemuseum, nahmen ihre Sammlungsgrundlagen aus den Kunstsammlungen der Wittelsbacher vom 16. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Nach dem Sturz der Monarchie im 20.  Jahrhundert wurde lange Zeit nach einem neuen Verwendungszweck der Residenz gesucht. Schließlich wurde entschieden, das Bauwerk mit seinem Kunstbesitz als Geschichtsdenkmal zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen sowie die Räume in ein Residenzmuseum umzuwandeln. 

Das Antiquarium

Antiquarium München

Die Anfänge der Sammlung finden sich dabei in der Mitte des 16. Jahrhunderts, wobei sich die Ankaufspolitik wohl sehr systematisch gestaltete. 1566 wurde die Antikensammlung Raymund II. Fuggers erworben, ebenso sind diesbezügliche Korrespondenzen des Herzogs mit Rom, Venedig und Mailand erhalten. Unter diesen sollen sich „außerordentlich viele Köpfe von Kaisern und Kaiserinnen dazu viele unversehrte Marmorstatuen“ befunden haben. Nachweislich war die Sammlung des ältesten Fugger überaus beständig, nach Zahlung eines Betrages über 6000 Gulden, seien verschiedene ‚antiquitates‘ und Seltsamkeiten in den Besitz des Herzogs übergegangen. Man kann demnach die einstmalige Fülle an wertvollen Plastiken und Skulpturen und sonstigen Kunstwerken nur  erahnen. In den Jahren 1568 bis 1571 wurde der völlig freistehende Raum für die Antikensammlung und die Bibliothek unter Wilhelm Egli und dem Einfluss des Gelehrten und Antiquars Jacopo Strada aus Mantua in beratender Funktion erbaut. 

Das Erdgeschoss des Antiquariums ist ein mächtiger, tonnengewölbter Saal von 66 Metern Länge  mit tiefen Stichkappen und hohen Fenstern, der anfangs schmucklos und ohne malerischen Dekor allein zur Aufnahme der Antikensammlung bestand. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Gartenbaus unter Wilhelm V. wurde das Antiquarium zwischen 1586 und 1590 zu einem großen Fest-, Speise- und Tanzsaal umgestaltet. Der Boden wurde teilweise tiefergelegt, die  Antiken neu angeordnet, die Büsten in drei Reihen übereinander unter den Fenstern angeordnet. Obwohl ohne direktes Vorbild mag der Raum des Antiquariums an die Salle Henri II auf Schloss Fontainebleau erinnern. Dort sind in Bronze ausgeführte Antiken ausgestellt. Das ursprünglich karge Tonnengewölbe wurde mit den Entwürfen von Friedrich Sustri malerisch ausgestaltet.  Am Scheitel finden sich Darstellungen der christlichen und weltlichen Tugenden sowie Fama, die Verkünderin des herrscherlichen Ruhms. Begleitet werden die Tugenden von Putten und erklärenden lateinischen Inschriften. Die übrigen Gewölbeflächen und Stichkappen zeigen Groteskenmalereien von Antonio Ponzano. Dazwischen werden 102 Ansichten von Städten, Märkten,  Burgen und Schlössern des damaligen Herzogtums Bayern gezeigt, gefertigt von Hans Donauer d. Ä. und Werkstatt. Unter Maximilian I. erhielt der Saal schließlich sein prunkvoll-monumentales Auftreten um 1615, das sich in den anderen Räumen der Residenz weiterzieht. Über dem Kamin ließ sich Maximilian als Vollender verewigen und erklärte den Saal erneut zum Antikenmuseum, die Bibliothek wurde ausgelagert. Der nicht vollkommen einheitliche Gesamteindruck ist auf die Länge der Arbeitszeit, die  wechselnde Nutzung des Raumes und die Arbeit verschiedener Künstler zurückzuführen. Die Malereien wurden mehrfach übermalt und schließlich restauriert, nachdem das Antiquarium im zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde. Ganz im Sinne konzeptueller Kunstvermittlung versucht auch die Residenz München theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen miteinander zu vereinen. 

Kunstvermittlung

In    zahlreichen    Führungen, die    von Überblicksführungen    bis hin zu spezifischen Themenführungen reichen, wird die Schlossanlage und seine Historie dem Zuhörer mitgeteilt. Teilweise  wird das unter anderem junge Publikum auch selbst aktiv miteinbezogen und involviert. Im Rahmen der alljährlich stattfindenden sogenannten Residenzwoche hat man den Anspruch, nicht  nur das Bundesland Bayern, sondern ganz Europa solle in der Residenz vertreten sein. Sie wirbt aus diesem Grund mit zahlreichen von der klassischen Norm abweichenden Führungen,  die neue Einblicke in die europäische Hofkultur geben sollen. Zusätzlich wird die kunsthistorische Seite des Ortes mit der musikalischen Komponente der Zeit verknüpft. Es finden mehrere Konzerte statt und auch das Antiquarium wird nach langer Zeit erneut zum Konzertsaal.

 

ts

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