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Jan van Goyen: Landschaft mit zwei Eichenbäumen, 1641.

 

Landschaftsmalerei – Mehr als nur Natur

»Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie.«

(Albrecht Dürer)

Unter Landschaft versteht man eine klassische Naturansicht, aber auch Kulturlandschaft (z.B. Stadtansichten). Bereits in der Antike wurde Landschaft im Hintergrund als regionaler Indikator und Kulisse in der Kunst dargestellt. Erst im 14. Jahrhundert, wenn auch vereinzelt, stellte sie sich als eigenständiges Bildthema vor (z.B. Amborgio Lorenzetti). Zu den frühesten Darstellungen einer bestimmten Landschaft gehört die Ansicht des Genfer Sees im Petrusaltar von Konrad Witz („Der wunderbare Fischzug“, 1444). Jedoch erst mit den Zeichnungen Leonardo da Vincis und den Aquarellen Albrecht Dürers wurde die Landschaft ohne Staffage zum Studienobjekt und somit eine selbstständige Gattung. Meist wurde die Landschaft weiterhin als Schauplatz biblischer Szenen genutzt, erhielt aber zunehmend besonderes Gewicht als Träger von Stimmungen, Atmosphären und Sinnbild kosmischer Kräfte.
Eines der frühesten reinen Landschaftsbilder nördlich der Alpen schuf Albrecht Altdorfer mit „Donaulandschaft bei Regensburg mit dem Scheuchenberg“ (1528). Besonderen Anklang fand die Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert in den Niederlanden. Dort entwickelten sich verschiedene Sujets der Landschaftsmalerei, wie die Küsten-, Meer-, Fluss-, Wald- und Winterlandschaften. Die bekanntesten Vertreter sind Rembrandt, Jacob van Ruisdal und Jan van Goyen. Die Darstellung der Landschaft entwickelte sich stets weiter und war mal naturalistisch, mal idealistisch (z.b. Claude Lorrain). Nicolas Poussin entwickelte die bis ins 19. Jahrhundert wirkende „heroische Landschaft“ mit antiken Architekturmotiven und mythologischen Szenen. Die Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts gibt neben Stadtansichten vor allem ideale (klassizistische) Landschaften oder idyllische Parklandschaften (ANTOINE WATTEAU) wieder.
Die Romantiker suchten das Aufgehen des Menschen in der Natur zu versinnbildlichen (z.B. Caspar David Friedrich). Zur gleichen Zeit entstand in England mit John Crome und John Constable eine realistische Landschaftsmalerei, die auf unmittelbarem Naturstudium beruhte, während sich die Gegenstände in den Landschaftsbildern William Turners zunehmend auflösten. In der Kunst des 20. Jahrhunderts hatte die Landschaft als wesentlicher Bildgegenstand Bedeutung für die Expressionisten, die Fauvisten, die Vertreter der Neuen Sachlichkeit und der Land-Art.

Zusammenfassend sieht man, dass die Landschaftsmalerei der verschiedenen Kunstepochen das sich wandelnde Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt verdeutlicht. Sie drückt seine Ideen und Gefühle gegenüber der Natur aus und lässt Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse erkennen. Zudem ist sie ein Träger von Stimmungen und Atmosphäre und verdeutlicht dem Betrachter den Inhalt und die Bedeutung eines Bildes.

 

 

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